Facebook gegen Sexau? ARD fällt mit Verspätung auf Aprilscherz herein

Facebook sorgt mit seiner Löschpolitik durchaus manchmal für Stirnrunzeln (Bild: AP Photo/Thibault Camus)

Das jüngst von der Bundesregierung verabschiedete Netzwerkdurchsetzungsgesetz wird kontrovers diskutiert. Während ein schärferes Vorgehen gegen Hasskommentare zumeist begrüßt wird, sehen viele Kommentatoren kritisch, dass die Verantwortung dafür bei den Seitenbetreibern liegen soll und nicht bei den Gerichten.

Davor warnt auch eine Kommentatorin von Radio Bremen in einem Audiobeitrag auf der ARD-Seite: Gerade Facebook falle durch seltsame Löschaktionen auf – so habe Zuckerbergs Konzern sämtliche Profile von Usern aus dem Örtchen Sexau (Baden-Württemberg) gelöscht, des vermeintlich anstößigen Namens wegen.

April, April!

Das Beispiel war schlecht gewählt, die Journalistin ist verspätet einem Aprilscherz der “Badischen Zeitung” aufgesessen. In dem Artikel wird etwa geschildert, wie der “partei- und ratlose” Bürgermeister nach der virtuellen Ausradierung seiner Gemeinde Facebook hinterhertelefoniert und schließlich folgende Auskunft erhält:

“Eine Firmensprecherin bestätigte die Löschung der Sexauer Facebook-Profile und nannte als Grund ‘erhebliche Zweifel an der Echtheit des Ortsnamens’. Außerdem dulde der Konzern keine Verstöße gegen die Anstandsregeln: ‘Das gilt für offengelegte weibliche Brustwarzen ebenso wie für obszöne Städtenamen.’“

Schlechter Start in Anti-Fake-News-Kampagne

Zwar würde man Facebook eine solche Aktion tatsächlich durchaus zutrauen, etwas peinlich wirkt der Fehlgriff dennoch – vor allem, da die ARD vor wenigen Tagen ein neues Anti-Fake-News-Portal gestartet hat, auf dem mit den vereinten Ressourcen der Sendergruppe Falschmeldungen aufgedeckt werden sollen.

Darüber macht sich auch ein Social-Media-Redakteur der “Badischen Zeitung” auf Twitter lustig:


@tagesschau fällt auf den offensichtlichen Aprilscherz von @badischezeitung rein. Wozu eine Anti-Fake-News-Einheit?

Mehr zum neuen Gesetz gegen Hasskommentare im Video:


Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen