Fachkräftemangel: Berliner Handwerk zwischen Boom und Nachwuchssorgen

Das Berliner Handwerk feiert ein Allzeithoch bei Aufträgen, doch Kunden müssen lange auf Fachkräfte warten.

Die Arbeit wird Glasermeisterin Julia Busch so schnell nicht ausgehen. Sie und Sven Klingele, der ebenfalls Glasermeister ist, haben sich auf die energetische Sanierung von Doppelkastenfenstern spezialisiert. Eine Million solcher Fenster gebe es in Berlin, haben die beiden hochgerechnet. Genug zu tun also, wenn es darum geht, die einfach verglasten Fenster durch doppelte Scheiben mit Wärmeschutz zu ersetzen.

Die Auftragsbücher des Unternehmens "Glas macht Spaß" am Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf sind gut gefüllt. Drei bis vier Wochen Zeit müsse ein Auftraggeber mitbringen, der die Scheiben von zehn bis 15 Fenstern auswechseln wolle. Bei Großaufträgen dauert es hingegen länger. Damit liegt der Handwerksbetrieb weit unter den branchentypischen neun bis elf Wochen Wartezeit, die im Berliner Baugewerbe inzwischen an der Tagesordnung sind.

Kammerpräsident Stephan Schwarz präsentierte am Mittwoch überaus positive Zahlen über die wirtschaftliche Lage des Berliner Handwerks. "Seit 1991 sind die Berliner Handwerksbetriebe mit ihrer wirtschaftlichen Situation nicht mehr so zufrieden wie jetzt. Und auch für die Zukunft sind sie sehr optimistisch gestimmt", sagte er. Der Geschäftsklimaindex, der Lage- und Erwartungseinschätzungen der befragten Unternehmen widerspiegelt, sei auf das Allzeithoch von 124 Punkten gestiegen. "Treiber dieser Entwicklung sind die Bau- und die Ausbaugewerke", sagte Schwarz. Gründe seien die gute Binnenkonjunktur und die Niedrigzinsphase. "Verbrauchern und Investo...

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