Fall Abu Akleh vor Internationalem Gerichtshof in Den Haag

Der Fernsehsender Al-Jazeera hat den Fall der im Mai im Westjordanland getöteten Journalistin Shireen Abu Akleh vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gebracht. Der Gerichtshof mit Sitz in den Niederlanden bestätigte den Eingang der von dem Sender eingereichten Unterlagen.

Die Nichte der Getöteten sagte: "Es gibt überwältigende Beweise, es gibt Augenzeugen, gut ein Dutzend Untersuchungen angesehener Fernsehstationen und Menschenrechtsorganisationen und der Vereinten Nationen. Alle sagen, dass Shireen von einem israelischen Soldaten angegriffen und getötet wurde. Nur meine Familie weiß immer noch nicht, wer es war und wer den Befehl gegeben hat, der es möglich machte, dass meine Tante getötet wurde."

Al-Jazeera gab an, die Rechtsabteilung des Senders habe den Fall umfassend untersucht und neue Beweise gefunden,die belegten, dass die Journalistin und ihre Kollegen von der israelischen Armee direkt beschossen worden seien. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden.

Israel will keine internationale Untersuchung erlauben. Israels amtierender Ministerpräsident Yair Lapi erklärte, seine Regierung brauche keine Moralpredigten - schon gar nicht von Al-Jazeera.