Fall von "Costa-Concordia"-Kapitän Schettino erneut vor Gericht

Bei der Havarie der "Costa Concordia" starben 32 Menschen

Mehr als fünf Jahre nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" mit 32 Toten befasst sich seit Donnerstag die höchste Berufungsinstanz Italiens mit dem Fall des Kapitäns Francesco Schettino. Das Kassationsgericht in Rom begann in letzter Instanz mit den Anhörungen zur Haftstrafe gegen Schettino. Der 56-Jährige blieb der Anhörung fern.

Schettino war in erster und zweiter Instanz unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Kassationsgericht könnte das Urteil bestätigen - oder den Fall wegen Verfahrensfehlern an ein Berufungsgericht zurückverweisen. Nach Angaben der Anwälte dürften die Richter ihre Entscheidung nicht vor Mai bekanntgeben.

Die "Costa Concordia" war am 13. Januar 2012 mit 4229 Menschen an Bord auf einen Felsen vor der toskanischen Insel Giglio aufgelaufen. 32 Menschen, darunter zwölf Deutsche, starben; die Leichen von zwei Opfern wurden nie gefunden. Schettino hatte damals als einer der ersten das Schiff verlassen; später gab er an, von Bord gefallen und zufällig in einem Rettungsboot gelandet zu sein. Das brachte ihm den Spottnamen "Kapitän Feigling" ein.

Die Staatsanwaltschaft forderte im Berufungsverfahren im vergangenen Mai 27 Jahre Haft, Schettinos Verteidiger plädierten auf Freispruch. Sie machten geltend, dass ihr Mandant nicht der Hauptverantwortliche für das Unglück sei. Vielmehr hätten organisatorische Fehler zu dem Chaos nach der Havarie geführt, durch das sich die Rettung von Passagieren und Besatzung verzögerte. Solange das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, bleibt Schettino auf freiem Fuß.

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