Falscher Verdacht auf Missbrauch: Kind leidet an seltener Krankheit


Wenn es um das Wohlergehen eines Kindes geht, können Behörden gar nicht sensibel genug reagieren, sollte man meinen. Doch im Falle des US-Amerikaners Andrew Huber und seiner Tochter Kenley war ihre Reaktion voreilig. Der 31-jährige Vater stand im Verdacht, das kleine Mädchen misshandelt zu haben und wurde verhaftet. Die Brüche des Kindes rührten jedoch von einer seltenen Knochenkrankheit her.

Andrew Huber erinnert er sich noch genau an den Tag, an dem er merkte, dass mit seiner Tochter Kenley etwas nicht stimmt. „Ich wechselte ihre Windeln und hob ihr rechtes Bein“, erklärte der Mann aus der texanischen Gemeinde The Woodlands im Gespräch mit „ABC News“. „Dann hörte ich ein Knacken.” In einem Krankenhaus in Dallas stellten Ärzte fest, dass nicht nur das Bein des kleinen Mädchens gebrochen war. „Sie fanden neun Knochenbrüche“, sagte Kenleys Mutter.

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Wegen des Verdachts auf Kindesmissbrauch schaltete das Krankenhaus die Polizei ein, die im August 2012 den Vater verhaftete. Doch seine Frau glaubte an die Unschuld ihres Mannes und vermutete eine medizinische Ursache für die Verletzungen. Bei mehr als zehn Spezialisten ließ sie ihre Tochter untersuchen, bis nun schließlich die Ursache der Knochenbrüche gefunden wurde: Mutter und Kind leiden am Ehlers-Danlos-Syndrom, einer seltenen Bindegewebserkrankung. Sie kann unter anderem zu Veränderungen der Knochenstruktur führen und erhöht die Frakturgefahr. Selbst erfahrene Ärzte sind mitunter mit dem Syndrom nicht vertraut.

Der Verdacht gegen den Vater erwies sich demnach als falsch. Im vergangenen Monat wurde die Anklage gegen Andrew Huber fallengelassen. Jetzt will die Familie auf die seltene Erkrankung aufmerksam machen, damit sich so ein gravierender Fehler nicht wiederholt.

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