"Fame by #MeToo": Carolin Kebekus räumt mit Klischees auf

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Immer wieder heißt es, Frauen beschuldigten Männer fälschlicherweise der Vergewaltigung, um Aufmerksamkeit zu bekommen oder berühmt zu werden. Carolin Kebekus hat genug von solchen Vorurteilen und führt den Vorwurf in ihrer Sendung am heutigen Donnerstag ad absurdum.

Als skrupellose PR-Agentin verspricht Carolin Kebekus ihren Kundinnen Ruhm und Ehre - unter einer Bedingung. (Bild: WDR)
Als skrupellose PR-Agentin verspricht Carolin Kebekus ihren Kundinnen Ruhm und Ehre - unter einer Bedingung. (Bild: WDR)

Erst vor wenigen Tagen schlug die Nachricht ein wie eine Bombe: Hollywood-Star Bill Cosby wurde nach drei Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Das höchste Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania hob die Verurteilung des 83-Jährigen auf, dem insgesamt 60 Frauen Missbrauch oder Nötigung vorwerfen. Grund für die Aufhebung sei eine Vereinbarung mit einem früher mit dem Fall befassten Staatsanwalt gewesen. 

Im Netz zeigten sich auch viele Prominente erschüttert. "Wann werden sich die Dinge für Frauen und Mädchen endlich zum Besseren wenden, wenn es um sexuelle Übergriffe, Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Altersdiskriminierung geht?", fragte etwa die Schauspielerin Kathy Griffin via Twitter. "Was wird es dazu brauchen?" Auch Carolin Kebekus sieht Redebedarf.

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In der "Carolin Kebekus Show" spricht die Komikerin am späten Donnerstagabend im "mema", dem "MeToo-Magazin", über eine "Funsportart" der besonderen Art: das sogenannte Victimblaming. Bill Cosby hatte sich ebenfalls dieser Rhetorik bedient. Er sei von seinem Opfer nicht aufgehalten worden, hatte der Entertainer vor Gericht erklärt. Immer wieder werde Frauen vorgeworfen, sich nicht ausreichend gewehrt zu haben oder gar zu lügen, um berühmt zu werden, so Kebekus.

Nach dem Clip richtet Carolin Kebekus ernste Worte an ihr Publikum: Dass Frauen Vergewaltigungen vorwerfen, um berühmt zu werden, ist
Nach dem Clip richtet Carolin Kebekus ernste Worte an ihr Publikum: Dass Frauen Vergewaltigungen vorwerfen, um berühmt zu werden, ist

 

Für die Opfer gibt's die "goldene Aubergine"

Eine seltsame Vorstellung, findet die 41-Jährige und zeigt in einem vor Sarkasmus triefenden Clip, wie die Welt wohl aussähe, wenn Vergewaltigungsvorwürfe tatsächlich für Ruhm und Ehre sorgen würden. Als skrupellose PR-Agentin bezeichnet sie in der Satire Cosby, Weinstein und Co. als "große Frauenförderer" und verspricht, jede Frau berühmt machen zu können. 

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Die einzige Voraussetzung: sexuell belästigt worden zu sein - oder zumindest so zu tun, denn glauben wird den Anschuldigungen sowieso niemand. "Der einzige Karriereboost für eine Frau ist immer noch der persönliche Übergriff", predigt Kebekus in ihrer Rolle als Chefin der Agentur "Fame by MeToo".

In einer solchen Gesellschaft gäbe es dann wohl tatsächlich auch Preisverleihungen wie jene, die sich Kebekus in ihrem Paralleluniversum erträumt: "Die goldene Aubergine" (moderiert von keiner Geringeren als Jeannine Michaelsen) erhält, wer am dreistesten belästigt wurde. Die glückliche Gewinnerin bekommt aber nicht nur einen Award, sondern obendrein noch "eine Comedyshow auf SAT.1 und einen Sitz im Vorstand eines DAX-Unternehmens". 

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Wohl kaum, möchte man einwerfen, und genau das möchte Carolin Kebekus demonstrieren. "Ich hoffe, jetzt hat wirklich jeder verstanden, wie absurd diese Vorstellung ist", fasst die Moderatorin den Ausflug in eine andere Welt treffend zusammen - und zeigt anschließend eine Liste der Frauen, die durch ihre #MeToo-Erfahrungen tatsächlich berühmt geworden sind. Der Bildschirm bleibt, wie zu erwarten, leer.

Das Erste zeigt "Die Carolin Kebekus Show" immer donnerstags, 22.50 Uhr. Vorab ist die aktuelle Folge bereits in der ARD-Mediathek verfügbar. In der heutigen Ausgabe spricht Kebekus neben der #MeToo-Debatte auch über Ernährung und Klima. Dafür hat sie sich mit dem Politmagazin "Monitor" zusammengetan, das im Vorfeld, 21.45 Uhr, ebenfalls das Thema behandeln wird.

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