Fasching oder Karneval? Wo was gefeiert wird – und warum

Bunte Kostüme und laute Umzüge gehören zum Karneval wie das Fasten zum Aschermittwoch. (Bild AP Photo/Winfried Rothermel)

Bevor der Aschermittwoch die Fastenzeit einläutet, feiern große Teile Deutschlands ein närrisches und rauschendes Fest – mit unterschiedlichen Namen und anderer Herkunft.

Jedes Jahr tauchen die Jecken zur selben Zeit auf und feiern wahlweise Karneval oder Fasching. Mit der Weiberfastnacht beginnt die „fünfte Jahreszeit“ und endet mit dem Aschermittwoch. Was aber hat es mit den verschiedenen Begriffen auf sich?

Wo Karneval gefeiert wird und wo Fasching, ist in erster Linie eine regionale Frage.
Der Begriff „Karneval“ ist zum Großteil eine Sache des Rheinlands, während man in Österreich, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Hamburg, Teilen Hessens und Niedersachsen „Fasching“ feiert. Es gibt sogar noch einen dritten gängigen Begriff: die Fastnacht. Diese wird in Franken, Hessen, Pfalz, Baden und Schwaben zelebriert.

Eines, worin sich Karneval und Fasching von der Fastnacht unterscheiden, ist, das Datum: Denn während Karneval und Fasching bereits am 11. November beginnen, hält die Fastnacht erst am Dreikönigstag im Januar Einzug. Das Schlussdatum ist aber dasselbe: die Nacht auf den Aschermittwoch – die Zeit, in der das große Fasten beginnt.

Ein wesentlicher Teil des Karnevals ist das Spotten über die politischen Geschehnisse – wie hier in Mainz. (Bild: Fabian Sommer/dpa)

Die Herkunft des Wortes „Karneval“ könnte zwei Ursprünge haben: Der lateinische Begriff „carne vale“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Fleisch, lebe wohl“ – was auf die christliche Tradition der Fastenzeit, die mit dem Aschermittwoch beginnt, anspielt. Eine weitere Deutungsart ist der Begriff „carrus navalis“ – Latein für „Schiffskarren“. Dies könnte auf die Zeit hindeuten, in der die Schiffe wieder in See stachen und von einem Karren durch die Straßen gezogen wurden.

Das Wort „Fasching“ wiederum stammt vom mittelhochdeutschen „vaschang“ und wird als Ausschank des Fastentrunks vor dem Aschermittwoch gedeutet. Denselben Ursprung hat das Wort „Fastnacht“.

Der Ursprung des Festes ist in der Römerzeit anzusiedeln: Damals wollten die Germanen mit rauschenden Festen böse Geister vertreiben. Erst später übernahmen die Christen diesen Brauch – allerdings mit einem anderen Zweck. Nämlich, um vor der vierzigtägigen Fastenzeit noch einmal ordentlich zulangen zu können.

Ein wichtiger Teil des Karnevals ist seit jeher das Spotten über Politik. Auch dies hat seinen Ursprung im alten Rom. Beim Saturnalienfest fand ein Rollentausch statt: Herren mussten ihre Sklaven bedienen und Diener durften Kritik und Spott äußern – wofür sie an jedem anderen Tag des Jahres schwer bestraft worden wären. Hier hat auch die „Büttenrede“ ihren Ursprung, die heute vor allem in den Karnevals-Hochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf zelebriert wird.

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