Fashion: Maskierte Mode im „Adlon“

Berlin. Eine Mischung aus Wehmut, Trotz, Optimismus, Kampfgeist und sogar ein bisschen Glamour herrschte am Dienstagnachmittag im Atrium des Hotels „Adlon Kempinski“ am Brandenburger Tor. An gewohntem Ort zeigte Designerin Anja Gockel dort ihre Kollektion für den Sommer 2021. Sonst war bei dieser zum Fashion Day geschrumpften Fashion Week aber nichts wie immer: Maskierte Gäste und Models und Stühle mit 1,5 Metern Sicherheitsabstand prägten dort das Bild, wo sonst dichtes Gedränge herrscht, um doch noch alle prominenten Gäste in der Frontrow zu platzieren.

„Wenn mir im letzten Jahr jemand gesagt hätte, dass ich die kommende Berliner Modewoche alleine mache, hätte ich gefragt: Welchen Horrorfilm hast du denn gesehen?“, so Anja Gockel angesichts der außergewöhnlichen Situation. Als einzige Modemacherin hatte sie sich entschieden, trotz der Corona-Pandemie ihre neuen Entwürfe zu zeigen – und zwar bewusst an dem ursprünglich geplanten Tag und Ort. „Seit klar war, dass der Lockdown kommt, habe ich gesagt, ich mache das, auch wenn ich keine Ahnung hatte wie“, so die 52-Jährige. „Als ich vor der Show durch die leeren Reihen gegangen bin, hat mich das dann aber doch ein wenig traurig gemacht. Doch der Optimismus überwiegt, sonst gibt es keine Kreativität mehr und wir sterben an Depressionen statt an Corona.“

Berliner Designerin Lana Mueller präsentierte einige Entwürfe als Gast

Die aktuelle Krise sei nicht die richtige Zeit, ein solches Vorhaben alleine zu stemmen, so Anja Gockel. Deshalb habe s...

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