Fast jede Zehnte nicht nutzbar: So schlecht ist der Zustand der Bundeswehrkasernen

Fast jede Zehnte nicht nutzbar: So schlecht ist der Zustand der Bundeswehrkasernen

Der Zustand der Bundeswehrkasernen ist möglicherweise noch desolater, als angenommen. Laut "Bild" bescheinigt eine aktuelle Studie nur etwa der Hälfte der Unterkünfte einen "guten bis mittleren Allgemeinzustand". Hingegen ist fast jede Zehnte unbrauchbar: Neun Prozent der Kasernen, genau 269 Gebäude, sind in einem so schlechten Zustand, dass sie "nicht nutzbar" sind.

Auch bei den restlichen 38 Prozent wurden offenbar gravierende Mängel entdeckt, die ihre Tauglichkeit für die Bundeswehr infrage stellen. Laut des Gutachtens handelt es sich um "altersbedingte Abnutzung, nicht mehr zeitgemäße technische Standards, nicht rechtzeitig durchgeführte Sanierungen und unzureichende Reinigung".

In der Konsequenz fordert Tobias Lindner, Verteidigungsexperte der Grünen, im Gespräch mit dem Blatt mehr Mittel für die Sanierung der betroffenen Bundeswehrkasernen: "Dass Soldaten vernünftig untergebracht werden, muss selbstverständlich sein."

Laut "FAZ" sind im Bundeshaushalt 2015 33 Milliarden Euro für die Verteidigung vorgesehen. Damit gibt Deutschland mit 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts weniger als die von der NATO angestrebten 2,0 Prozent aus. Ende Januar kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gegenüber "Rheinische Post" an, in den nächsten drei Jahren 750 Millionen Euro in die Sanierung der Kasernen investieren zu wollen.

"Seit September haben wir 3.100 Sofortmaßnahmen vom neuen Duschkopf bis zur dringenden Dachsanierung angeschoben, davon sind heute bereits 800 abgeschlossen", stellte von der Leyen weiter fest. Neben den Bundeswehrkasernen gelten auch die Transportmittel der Bundeswehr, darunter Hubschrauber und Flugzeuge, als teilweise kaum einsetzbar.

Bild Copyright: dpa

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