FBI veröffentlicht Akten zu übergelaufener Stalin-Tochter

Viele Stellen auf 233 Seiten geschwärzt

Undatiertes Foto von Stalin mit seiner Tochter (Bild: dapd).Als die Tochter des Sowjet-Diktators Josef Stalin 1967 in die USA übersiedelte, war das im Kalten Krieg der Supermächte eine Sensation. Knapp ein Jahr nach dem Tod von Swetlana Allilujewa, wie sie zur Geburt hieß, hat die Nachrichtenagentur AP nun Zugang zu den FBI-Akten erhalten, die sich mit den historischen Ereignissen beschäftigen. Auffallend: In den Dokumenten sind keine Hinweise darauf zu finden, dass die US-Behörden Sicherheitsvorkehrungen für die prominente Überläuferin trafen.

In den insgesamt 233 Seiten, in denen vor der Herausgabe an AP viele Stellen geschwärzt wurden, deutet auch nichts darauf hin, dass der sowjetische Geheimdienst KGB sich darum bemühte, die Stalin-Tochter aufzuspüren. Laut einer Notiz vom 2. Juni 1967 machte der Zweite Sekretär der Sowjetbotschaft in Washington einer FBI-Quelle lediglich klar, dass sein Land "sehr unglücklich über ihr Überlaufen" sei und Sorge vor einem negativen Einfluss auf die bilateralen Beziehungen habe.

Entstalinisierung war zur Zeit des Überlaufens schon Tatsache

Eine andere Notiz aus demselben Monat zitiert aber einen weiteren Informanten, der angibt, dass die Sowjetführung wegen des Falls nicht beunruhigt sei, da er "Stalins Namen und Familie weiter diskreditiert". Stalin (1878-1953) war in den 1960er Jahren bereits von seinem Nachfolger Nikita Chruschtschow für den Tod von Millionen Landsleuten verantwortlich gemacht und als Despot geächtet worden.

Allilujewa nahm in den USA 1970 den Nachnamen ihres vierten Ehemanns an und nannte sich forthin Lana Peters. Ihre Bücher wurden zu Lebzeiten Bestseller. In Interviews gab sie an, dass ihr berühmter Vater den amerikanischen Blick auf sie immer beeinflusst habe. "Es wird erwartet, dass ich mit dem Gewehr rumlaufe und Amerikaner erschieße", sagte Peters 2007. Sie starb im November 2011 im Alter von 85 Jahren in einem Pflegeheim im US-Staat Wisconsin.

(Scott Bauer ist Korrespondent der Nachrichtenagentur AP)

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