FDP-Parteichef Lindner schließt eine rot-gelb-grüne Koalition im Bund nicht aus

FDP-Chef Christian Lindner schließt eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen im Bund nicht aus. Lindner betonte aber auch, dass die FDP ohne Koalitionsaussage in die Wahl gehen werde

FDP-Chef Christian Lindner schließt eine Ampel-Koalition mit SPD und Grünen im Bund nicht aus. "Ich schließe nichts aus, wenn sich die SPD statt rückwärtsgewandt zu reden auf Vorwärts besinnt - aber im Moment bewegt sie sich ja von uns weg", sagte Lindner dem "Tagesspiegel am Sonntag".

"Stand jetzt haben wir die größten inhaltlichen Überschneidungen mit der CDU", sagte der FDP-Chef weiter. Lindner betonte aber auch, dass die FDP ohne Koalitionsaussage in die Wahl gehen werde.

Gleichzeitig griff er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Parteichef Martin Schulz scharf an. Er halte Merkels Politik des "Weiter so für gefährlich." Sie sei "eine Sozialdemokratin" und eine "sozialdemokratische" Kanzlerin. "Denn Sozialdemokratie heißt weniger auf Dynamik, mehr auf Ausgleich zu setzen - mehr auf Gleichheit als auf Freiheit, mehr auf Verteilen als auf Erwirtschaften", sagte der FDP-Vorsitzende.

Mit Blick auf Schulz sagte Lindner, dessen Programm "könnte tödlich für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit sein und individuelle Aufstiegschancen in der Mitte der Gesellschaft kosten". Es gebe noch kein SPD-Programm, aber doch klare Konturen, die ihn an den französischen Präsidenten François Hollande erinnerten. Schulz stehe der Politik von Hollande näher als der von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Der Staat erteilt der Wirtschaft die Kommandos. Es wird mehr und mehr umverteilt. Der Staat wird immer teurer, notfalls auf Pump."

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass führende SPD-Politiker nach der Bundestagswahl im September auf eine Koalition mit Grünen und FDP setzten. Sowohl Schulz als auch Ex-Parteichef Sigmar Gabriel hätten intern klar gemacht, dass es sich bei der Ampelkoalition um ihr präferiertes Bündnis handelt, berichtete das Magazin ohne Nennung einer Quelle.

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