Fehlurteil gegen Schwarzen in den USA nach 43 Jahren im Gefängnis aufgehoben

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Symbolfoto (AFP/SCOTT OLSON)

Im US-Bundesstaat Missouri ist ein Mordurteil gegen einen Schwarzen aufgehoben worden, der 43 Jahre unschuldig im Gefängnis verbracht hat. Ein Richter ordnete am Dienstag eine sofortige Freilassung des 62-jährigen Kevin Strickland an. Der Afroamerikaner sei 1979 einzig und allein auf Grundlage der Aussage einer Augenzeugin verurteilt worden, die ihre Aussage später widerrufen habe. Der damalige Schuldspruch sei deswegen nicht haltbar.

Strickland war 1979 wegen eines Dreifachmordes in der Stadt Kansas City in Missouri zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Eine Jury aus ausschließlich weißen Geschworenen hatte den Afroamerikaner zuvor schuldig gesprochen. Die Opfer waren im Vorjahr gefesselt und erschossen aufgefunden worden. Die einzige Überlebende des Verbrechens identifizierte zunächst Strickland als einen der vier Täter. Sie zog dies später aber zurück.

Auch zwei andere wegen des Dreifachmordes verurteilte Männer sagten damals aus, Strickland sei nicht beteiligt gewesen, und nannten zwei andere Männer. Es gab keinerlei Beweis, der Strickland mit den Morden in Verbindung brachte - und er hatte ein Alibi für die Tatzeit.

Zuletzt kam auch die zuständige Staatsanwaltschaft zu dem Schluss, dass Strickland unschuldig ist - und begrüßte am Dienstag die Aufhebung des Urteils. "Zu sagen, dass wir äußerst erfreut und dankbar sind, wäre eine Untertreibung", erklärte Staatsanwältin Jean Peters Baker. "Das bringt endlich einem Mann Gerechtigkeit, der so, so lange auf tragische Weise wegen einer falschen Verurteilung gelitten hat."

Für Strickland hatte sich das von der Jura-Fakultät der Universität von Missouri in Kansas City gegründete Midwest Innocence Project eingesetzt, das versucht, zu Unrecht verurteilte Menschen freizubekommen. Experten zufolge ist Strickland einer der am längsten im Gefängnis sitzenden Häftlinge in den USA, die Opfer eines Fehlurteils und dann für unschuldig befunden wurden.

fs/isd

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