Feldhasen bleiben zahlenmäßig stabil

Westfalen geblieben», sagte Reinwald. Dort waren im Mittel 17 Hasen pro Quadratkilometer unterwegs, in Sachsen waren es nur 3. Aus Hessen lagen für die vorläufige Auswertung noch keine Daten vor, Bayern war nicht beteiligt.

Besonders das nasskalte Wetter im Frühjahr 2016 hat vor allem den Junghasen mancherorts schwer zugesetzt. «Besonders drastisch waren die Verluste in den Mittelgebirgslandschaften im Osten und Westen», sagte Reinwald. «Für den kaum geschützt auf freiem Feld in einer Erdmulde geborenen Nachwuchs ist die Kombination von Nässe und Kälte besonders ungünstig», sagte Reinwald. Das Fell werde durchnässt, schließlich erfrieren die Jungtiere. «Es ist extrem wichtig, dass die kommenden Wochen einigermaßen warm und trocken verlaufen.»

Der Anteil artenreicher Brachflächen sei zudem in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Auf den Straßen finden viele Hasen den Tod. Laut Jagdstatistik sind innerhalb eines Jahres 242 000 Hasen erlegt oder überfahren worden. Dabei wurden nach DJV-Schätzungen mehr als ein Viertel der Tiere im Straßenverkehr getötet.

«Die Jäger sind keine Bedrohung für die Hasen», sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung in Hamburg. «Hauptursache für den Rückgang im Vergleich etwa zu den 1950er Jahren ist die Verschlechterung der Lebensräume.» Es fehle an Wildkräutern und Deckung. Der Hase habe dabei bis in die 1960er Jahre als Kulturfolger fast ideale Bedingungen vorgefunden, sagte der Wildbiologe. Bis Ende des vergangenen Jahrhunderts seien die Zahlen dann drastisch eingebrochen. Dennoch sagt Kinser: «Der Feldhase läuft nicht Gefahr auszusterben.»

Unter Druck ist das Vorbild des Osterhasen in der Schweiz. Dort sei der Hase aus manchen Regionen praktisch verschwunden, teilte die Naturschutzorganisation WWF mit. Deshalb werden jetzt Bauern gesucht, die das Getreide dünner aussäen und die Brachen so anlegen, dass das Langohr besonders viel davon hat. Innerhalb von rund 25 Jahren habe sich die Hasen-Population in der Schweiz halbiert. Schuld seien die intensive und wenig abwechslungsreiche Landwirtschaft, aber auch die Zunahme der Feinde des Hasen wie die Füchse, Hunde und Katzen.

Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD)

Nabu zum Feldhasen

Deutsche Wildtier Stiftung zum Feldhasen

Deutsche Wildtier Stiftung zur Hasenapotheke

Deutscher Jagdverband zum Feldhasen

Deutscher Jagdverband zum Wildkaninchen

Landesforsten Rheinland-Pfalz zu Hase und Kaninchen

Rote Liste

WWF zur Lage in der Schweiz

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