Ferien zu Hause - Krise und Inflation zwingen viele zum Maßhalten

Ferien zu Hause. Für viele Familien ist in diesem Sommer ein Stadtteil-Schwimmbad wie das im belgischen Anderlecht die einzige Möglichkeit, die schönste Zeit des Jahres zu genießen.

Ismael Albai ist Vater von vier Kindern. Seine Pläne für einen Kurzurlaub wurden durch steigende Rechnungen und weniger Geld zunichte gemacht.

Dieses Jahr sei alles etwas knapper, sagt er. Urlaub werde immer unerschwinglicher, er bräuchte mindestens 5000 Euro. Früher sei die Familie jedes Jahr in Urlaub gefahren, jetzt nur noch alle zwei, drei Jahre einmal.

Die Zahl der Menschen in der EU, die sich eine Woche Urlaub nicht leisten können, obwohl sie eine Arbeit haben, nimmt zu. Laut einer Studie des Europäischen Gewerkschaftsverbandes mussten 2020 rund 38 Millionen Menschen auf den Urlaub verzichten, etwa acht Prozent der Bevölkerung.

Rumänen, Griechen und Litauer waren mit mehr als 40 Prozent am stärksten betroffen, während es in Österreich, Dänemark und Finnland nur sieben Prozent waren.

Der Gewerkschaftsverband fordert bessere Arbeitsbedingungen ... gegen einen Winter der Unzufriedenheit.

Esther Lynch, stellvertretende Generalsekretärin des Verbands, sagt, es gebe eine echte Angst unter Arbeitnehmern, mit der Miete über die Runden zu kommen und Lebensmittel auf den Tisch zu bringen. Sich einen Urlaub mit der Familie zu leisten, werde immer schwieriger. Und das habe weitreichende Auswirkungen, nicht nur auf die Betroffenen, sondern auch auf die Gesellschaft. Es sei wichtig zu begreifen, dass sich da ein Frustrationspotenzial aufbaue, dass politische Entscheider ernst nehmen sollten.

Dennoch ist die Krise weit davon entfernt, die Urlaubspläne aller zu lähmen, da Tausende auf den Straßen und in der Luft unterwegs sind - dies eine Befreiung nach zwei Sommern der Pandemie.

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