"Sabine" fegt mit teils orkanartigen Böen über Deutschland hinweg

Die Deutsche Bahn hat wegen "Sabine" ihren Fernverkehr eingestellt

Mit Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als hundert Stundenkilometern ist der Sturm "Sabine" über große Teile Deutschlands hinweggefegt. Dabei wurden mehrere Menschen verletzt. Auch kam es zu schweren Verkehrsbeeinträchtigungen, die voraussichtlich teilweise auch noch am Montag anhalten würden.

Die Deutsche Bahn hatte wegen "Sabine" ihren Fernverkehr bereits am Sonntagabend landesweit komplett eingestellt. Der Betrieb dieser Züge werde frühestens am Montagvormittag ab 10.00 Uhr wieder aufgenommen, teilte die Bahn mit. Es sei bereits absehbar, dass die Störungen am Montag den ganzen Tag über andauern werden.

"Sabine" wütete nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes teilweise mit orkanartigen Böen. Am Brocken im Harz wurden am frühen Morgen Windgeschwindigkeiten von bis zu 136 Stundenkilometern gemessen. Nach Angaben der Meteorologen wird der Sturm am Montag weiter toben und sich stärker nach Süddeutschland verlagern.

In Saarbrücken wurden zwei Frauen schwer verletzt, als auf dem Parkplatz des Klinikums ein Baum auf sie niederstürzte, wie ein Polizeisprecher in der Nacht mitteilte. Eine der Frauen befinde sich in Lebensgefahr. In Paderborn wurde ein 16-jähriger Junge schwer am Kopf verletzt, als er in einem bewaldeten Gebiet von einem herumfliegenden Ast getroffen wurde. Der Junge wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wie ein Sprecher der Paderborner Polizei mitteilte.

In Frankfurt am Main knickte in dem Sturm der Ausleger eines Baukrans um und beschädigte das Dach des Frankfurter Doms. Das Ausmaß des Schadens war nach Angaben eines Feuerwehrsprechers zunächst noch unklar. Verletzt worden sei niemand. Eine Gefahr für Passanten durch den umgestürzten Kranausleger bestehe nicht.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor der Gefahr einer Sturmflut an der Nordseeküste sowie in Bremen und Hamburg. Am Montagnachmittag werde an der Nordseeküste sowie in Emden der Wasserpegel 1,50 bis 2,00 Meter höher liegen als das mittlere Hochwasser. Für den Abend ist demnach in Hamburg und Bremen mit einem ähnlichen Anschwellen der Wassermassen zu rechnen.

Diverse Straßen mussten wegen des Orkantiefs gesperrt werden, darunter auch Autobahn-Abschnitte. So wurde die A45 in Nordrhein-Westfalen zwischen dem Kreuz Hagen und Hagen-Süd wegen umgestürzter Bäume voll gesperrt, wie der Landesbetrieb Straßenbau NRW mitteilte.

Die Deutsche Bahn teilte mit, die gesperrten Strecken würden nach den notwendigen Erkundungsfahrten zur Sichtung der Schäden erst nach und nach wieder freigegeben. Eine Begutachtung der Lage sowie Reparaturen seien nur bei Tageslicht möglich. Wegen des Sturms musste die Bahn am Sonntag auch den Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen einstellen.

Das Sturmtief sorgte auch in anderen Ländern für Chaos und massive Verkehrsstörungen. In Großbritannien fiel in mehr als 90.000 Haushalten der Strom aus. Der Fährbetrieb zwischen Dover und Calais wurde eingestellt. In Schottland wurden drei Menschen verletzt, als das Dach einer Kneipe teilweise einstürzte.