Ferrari-Insider: "2019 war Vettels bestes Jahr"

SPORT1

Seit seiner überraschenden Ankündigung, ab der nächsten Saison nicht mehr für Ferrari zu fahren, wird über die Zukunft von Sebastian Vettel heftig spekuliert.

Sollte der viermalige Weltmeister auch weiterhin um den Titel in der Formel 1 mitfahren wollen, bliebe ihm nur der Wechsel zu Mercedes.

Dass er dort mit dem sechsmaligen Champion Lewis Hamilton ein Team der Alphatiere bilden könnte, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

Smedley: "Immer die besten Fahrer holen"

Das findet jedenfalls Rob Smedley, der zwischen 2004 und 2013 Ingenieur bei Ferrari war. "Das kann man schon hinkriegen", sagte der Engländer im Podcast F1 Nation. "Ich bin immer der Meinung, dass man die besten Fahrer holen und sich dann hinterher um die Konsequenzen kümmern sollte."


Damit spricht der 46-Jährige ein heikles Thema an. Denn bei den Silberpfeilen kennen sich sie aus mit zwei hochambitionierten Fahrern, von denen nur einer Weltmeister werden kann.

Die Ära mit Hamilton und Nico Rosberg ging zwar als erfolgreichste der jüngeren Vergangenheit in die Formel-1-Geschichte ein, doch sie hat auch viel Nerven gekostet, besonders Motorsportchef Toto Wolff.

Braucht Mercedes Vettel überhaupt?

Der Österreicher bewundert den Heppenheimer nach eigener Aussage sehr. Doch ob er sich das Duo Hamilton-Vettel tatsächlich in den nächsten Jahren antun will, steht auf einem anderen Blatt.


Zumal die Ära nach Rosberg mit dem nicht ganz so ambitionierten Valtteri Bottas an Hamiltons Seite bislang nicht weniger erfolgreicher war für Mercedes. Das sieht auch Smedley so und fragt sich: "Wollen sie sich das nochmal antun, jetzt wo sie zwischen Valtteri und Lewis eine andere Balance gefunden haben? Bin ich mir nicht sicher."

"2019 war Vettels bestes Jahr"

Das Zeug für Mercedes hat Vettel nach Smedleys Ansicht definitiv noch: "Man wird mich dafür sicher auslachen, aber ich finde, dass 2019 sein bestes Jahr in der Formel 1 war. Ich finde nämlich, da musste er sich der größten Herausforderung seiner Karriere stellen. Jeder hat ihn abgeschrieben. Weil es leicht war, das zu tun. Ich glaube, am Jahresende haben wir den echten Sebastian Vettel gesehen."

Damit spielt er auf Vettels Sieg in Singapur, den technisch bedingten Ausfall als Führender in Russland und die zweiten Plätze in Japan und Mexiko an.

Dennoch befürchtet er, dass Vettel doch eher ganz aufhören wird. Denn in einem Mittelklasse-Team wie Renault sieht er den Deutschen auch noch viel weniger: "Ich bin mir nicht sicher, ob wir ihn überhaupt weiter sehen werden."