Festivalsaison: Experten warnen vor Ausbreitung der Affenpocken

Der Sommer ist in Europa angekommen- und mit ihm beginnt die Festival-Saison. Experten warnen deswegen vor einer Weiterverbreitung der Affenpocken bei Festivals und Partys.

85 Prozent der weltweiten Fälle in Europa

Die Übertragung des Virus erfolgt praktisch nur durch engen Körperkontakt, wie beim Sex. Symptome sind zum Beispiel Fieber und Ausschlag. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 5 bis 21 Tage. Die Symptome, wie Fieber und Hautausschlag verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst, können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen.

Es ist der erste große Ausbruch der Affenpocken ausserhalb Afrikas, weltweit wurden der WHO 1500 Fälle von Affenpocken in Europa gemeldet, 85 Prozent der Fälle weltweit.

In 32 dieser Länder gab es vor Mai keine bekannten Fälle. In den anderen sieben Ländern in Afrika grassiert das Virus seit Jahrzehnten. Bislang wurden 72 Todesfälle aus den afrikanischen Ländern gemeldet.

„Die Sommermonate in der nördlichen Hemisphäre haben begonnen, mit Sommertourismus, verschiedenen Pride-Events, Musikfestivals und anderen Massenveranstaltungen, die in der gesamten Region geplant sind. Diese Veranstaltungen sind Gelegenheiten dafür, dass junge, sexuell aktive und hochmobile Menschen in Kontakt miteinander treten. Affenpocken sind kein Grund, Veranstaltungen abzusagen, aber eine zu nutzende Gelegenheit unser Engagement zu verstärken", so Dr. Hans Kluge, der WHO-Regionaldirektor für Europa.

Notfallausschuss der WHO zu Affenpocken

Die Weltgesundheitsorganisation sagt, es sei wichtig, die Menschen zu informieren, wie sie sich schützen können. Bei Symptomen sollte man sich sofort isolieren.

Aus Sorge um die zunehmenden Nachweise von Affenpocken in aller Welt hat die WHO für kommende Woche einen Notfallausschuss einberufen.

Die Sorge der WHO beziehe sich auf drei Bereiche, sagte Leiter Tedros Adhanom Ghebreyesus: Das Virus verhalte sich ungewöhnlich, es seien immer mehr Länder betroffen und damit sei eine koordinierte Reaktion nötig. Tedros betonte aber, dass die Experten des Notfallausschusses die Problematik betrachten und noch nicht entschieden sei, ob sie das Ausrufen einer Notlage für nötig halten. Trotzdem bestehe kein Grund zur Sorge.

Die Risiko-Einschätzung des RKI in Deutschland lautete am Dienstag weiterhin: "Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland schätzt das RKI nach derzeitigen Erkenntnissen als gering ein." Affenpocken gelten verglichen mit den seit 1980 ausgerotteten Pocken als weniger schwere Erkrankung.

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