Hoffnung bei Waldbränden in Südkalifornien

Feuerwehrleute kämpfen nahe San Diego gegen die Flammen

Hoffnung in Südkalifornien: Dank abflauender Winde hat die Feuerwehr am Wochenende einige der seit Tagen wütenden Brände langsam in den Griff bekommen. Am Samstag (Ortszeit) konnten erste Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren, um die Schäden dort zu inspizieren. In den Brandgebieten wurden mindestens 57.000 Hektar Land und mehr als 850 Gebäude zerstört. Zum Opfer der Flammen wurden auch mehrere Zucht- und Rennpferde.

Seit Ausbruch der Brände am Wochenbeginn hatten starke Winde die Arbeit der Feuerwehr erschwert, immer wieder fachten sie die Flammen an. Am Samstag wurden die Böen dann schwächer.

Die von der nationalen Wetterbehörde ausgerufene rote Alarmstufe galt wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit dennoch über das gesamte Wochenende. Die Feuerwehrbehörde erklärte: "Günstige Bedingungen haben geholfen, heute einen deutlichen Fortschritt zu machen." Sie rief Anwohner dennoch dazu auf, wachsam zu bleiben, da sich die Bedingungen wieder ändern könnten.

Bis Freitagabend waren zehntausende Menschen von Evakuierungsmaßnahmen betroffen. Rund 8700 Feuerwehrleute kämpften an mehreren Fronten gegen die Flammen.

Der Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien, Jerry Brown, nannte die Brände am Samstag Ausdruck einer neuen "Normalität". Er machte den Klimawandel dafür verantwortlich. "Wir sind neuen Realitäten in diesem Bundesstaat ausgesetzt, wo Feuer das Leben von Menschen, ihren Besitz und ihre Nachbarschaft bedrohen", sagte Brown.

Südlich von San Diego brannten mehrere Gestüte komplett nieder, mehr als zwei Dutzend Pferde starben in den Flammen. In der Region erlitten mindestens vier Menschen Rauchvergiftungen oder Brandverletzungen.

Trotz des Infernos kam aber seit Montag nur ein Mensch ums Leben - im Oktober starben bei Flächenbränden in den weiter nördlich gelegenen Weinanbaugebieten mehr als 40 Menschen.

Entwarnung gab es beim Feuer "Skirball", einem der Brände in der Region Los Angeles, der mehrere teure Villen im Nobelviertel Bel Air in Asche gelegt hatte. Bis Samstag war es zu 75 Prozent unter Kontrolle. Auch die renommierte University of California in Los Angeles und das Getty-Museum waren offenbar nicht mehr bedroht. Sie öffneten am Freitag wieder ihre Tore.

US-Präsident Donald Trump gab am Freitag Bundeshilfen für Los Angeles und Umgebung frei. Das seit Montag in Ventura-County an der Pazifikküste wütende "Thomas"-Feuer zählt nach Angaben der Umweltschutzgruppe Climate Nexus zu den 20 größten Bränden in der Geschichte von Kalifornien. Climate Nexus machte vor allem den Klimawandel für die heftigen Feuer verantwortlich.

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