Brand in Südafrikas Parlament nach zwei Tagen gelöscht

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Der verheerende Brand im südafrikanischen Parlament in Kapstadt ist nach zwei Tagen gelöscht. Starker Wind hatte das Feuer, das am Sonntagmorgen ausgebrochen war, am Montag erneut angefacht, bevor die Flammen laut Feuerwehr in der Nacht zum Dienstag schließlich gelöscht werden konnten. Gegen einen 49-jährigen Tatverdächtigen wurde Untersuchungshaft verhängt, ihm werden Einbruch, Brandstiftung und Diebstahl vorgeworfen.

Feuerwehrsprecher Jermaine Carelse sagte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstagmorgen, kurz vor Mitternacht sei es gelungen, den Brand zu löschen. Rund 20 Feuerwehrleute mit vier Löschfahrzeugen seien zur Beobachtung weiter vor Ort. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden löste in der Bevölkerung jedoch Entsetzen aus.

Der 49-jährige Tatverdächtige war am Sonntag im Parlament festgenommen worden. Er wurde am Dienstag einem Richter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Dem Verdächtigen werden Einbruch, Brandstiftung und der Diebstahl von Laptops, Geschirr und Dokumenten vorgeworfen. Nach Angaben seines Anwalts bekannte sich der 49-Jährige nicht schuldig.

Das Feuer war am frühen Sonntagmorgen ausgebrochen und hatte zunächst im ältesten Teil des Parlamentskomplexes gewütet. Dort stürzte das Dach ein, bevor sich die Flammen über weite Teile des Gebäudekomplexes ausbreiteten.

Die Flammen wüteten im holzgetäfelten Sitzungsraum des Parlaments, der sich im jüngsten Teil des Gebäudekomplexes befindet. Dort hält der Präsident des Landes jedes Jahr die Rede an die Nation. Laut Feuerwehrsprecher sind die Verwüstungen derart groß, dass dort für lange Zeit keine Sitzung stattfinden könne.

Auf Überwachungsvideos war zu sehen, dass der Tatverdächtige sich um 02.00 Uhr nachts in dem Gebäude aufhielt. "Die Sicherheitskräfte haben ihn aber erst gegen 06.00 Uhr entdeckt, als sie wegen des Feueralarms auf die Bildschirme schauten", sagte Bauministerin Patricia de Lille der Nachrichtenagentur AFP. Sie sprach von einem Versagen der Sicherheitskräfte.

Im 1884 errichteten historischen Teil waren rund 4000 Teile des südafrikanischen Kulturerbes gehütet worden, darunter seltene Bücher und Kunstwerke. Einige Stücke stammten aus dem 17. Jahrhundert.

Schon im vergangenen März hatte es in dem Gebäude gebrannt, das Feuer war aber schnell unter Kontrolle gebracht worden. Im April hatte ein Großbrand am Tafelberg in Kapstadt für Verwüstungen gesorgt. Das Feuer hatte mehrere historische Gebäude erfasst und unter anderem Teile der Universitätsbibliothek zerstört, die über ein einzigartiges Archiv afrikanischer Schriften verfügte.

Südafrika mit seinen 59 Millionen Einwohnern hat drei Hauptstädte: Kapstadt ist seit 1910 Sitz des Parlaments, das aus der Nationalversammlung und dem Oberhaus besteht. Regierungssitz ist Pretoria, die Judikative ist in Bloemfontein im Landesinneren angesiedelt. Die Metropole Johannesburg ist das Finanzzentrum.

ck/gt

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