Film: Gottessohn auf Sinnsuche: "40 Tage in der Wüste"

Just zu den Ostertagen kommt ein Jesus-Film der anderen Art ins Kino. Einer, der auch viel über klassische Vater-Sohn-Konflikte sagt.

Der Teufel ist ein Bettelweib. Mitten in der Einöde hockt es an einem Felsen, bittet um einen Schluck Wasser, trinkt dann den ganzen Beutel leer, lacht höhnisch und ein tierischer Schwanz gleitet unterm Kleid hervor. Der Teufel ist ein Kolibri. Fast keck flattert er vor dem Gesicht des Mannes, scheint ihm ein anderes, leichteres Leben vorzugaukeln, das er nur zu wählen bräuchte. Der Teufel ist ein Doppelgänger. Immer wieder begegnet Jeshua in der Wüste seinem eigenen Ich, das ihn vom Weg, von seiner Bestimmung abbringen möchte und ihm seine eigenen Zweifel vorhält.

Der Jesus-Film ist ein eigenes Filmgenre. Keine Geschichte wurde im Kino öfter erzählt, ob als aufwendiger Hollywood-Bombast ("Die größte Geschichte aller Zeiten") oder als karges, metaphernreiches Kammerspiel (Pasolinis "Das 1. Evangelium – Matthäus"). Und regelmäßig werden diese Epen zu den Ostertagen im Fernsehen wiederholt. Aber fast nie wurde dabei von den 40 Tagen in der Wüste erzählt, jener Etappe zwischen der Taufe Jesu und dem Beginn seines Wirkens, von dem die drei "synoptischen" Evangelien Matthäus, Lukas und Markus erzählen. Und wenn, dann nur in kurzen Sätzen.

Bild Nr. 1:
Eigentlich zu alt für die Rolle: Ewan McGregor als Jeshua Tiberiusfilm

Rodrigo García, der Sohn des Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garciá Márquez, hat daraus einen ganzen Film gemacht. "40 Tage in der Wüste" ist eine spirituelle Erfahrung, eine, wenn man so will, Meditation über Jesus. In der es aber gar nicht um die drei Versuchungen durch den Teufel geht, die in den Evangelien stehen. Lange irrt der Eremit auf d...

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