Film-Interview: Sam Mendes: „Es sollte eine Erfahrung in Echtzeit sein“

Vor einer Woche hat das Kriegsdrama „1917“ zwei Golden Globes gewonnen. Am Montag kamen noch zehn Oscar-Nominierungen hinzu. Ein großer Triumph für Sam Mendes. Der britische Regisseur ist zwar seit seinem Oscar für „American Beauty“ und den James-Bond-Filmen „Skyfall“ und „Spectre“ Erfolg gewöhnt, „1917“ war aber doch ein Wagnis. Weil der ganze Film inszeniert wurde, als sei er in einer einzigen Einstellung gedreht. Den Film hat Mendes in Berlin noch vor der Globe-Verleihung vorgestellt. Wir trafen den 54-Jährigen im Soho-House.

Berliner Morgenpost: Es gab in den letzten Jahren viele Filme, die die Illusion erweckten, in einer einzigen Einstellung gedreht worden zu sein. Von „Birdman“ und „Revenant“ bis zum Berlin-Film „Victoria“. Wie kamen Sie auf die Idee, einen Kriegsfilm so zu drehen?

„Victoria“ wurde wirklich in einer Einstellung gedreht. Die beiden Filme von Innaritu taten nur so. Wir tun auch nur so. Du kannst keinen Kriegsfilm in nur einer Einstellung drehen. Aber die Idee war von Anfang an die, dass dies ein Erlebnis wie in Echtzeit sein sollte. Um die Zuschauer so weit wie möglich in diese Kriegserfahrung einzubinden. Jede Sekunde, die vergeht, sollte spürbar sein. Eine klaustrophobische Situation, dass man meint, mit den jungen Männern in der Falle zu sitzen. Mit einer subjektiven Kamera, bei der man emotional mitgeht.

Wegrennen zwecklos: „1917“ ist ein Kriegsfilm, der wie in einer einzigen, endlosen Einstellung erzählt wird. Universal

Filmemacher klagen immer, dass sie zu wenig Geld und Zeit kriegen. Sie dagegen haben für „1917“ sechs Monate lang geprobt.

O, wir hatten junge Schauspie...

Lesen Sie hier weiter!