Film: Wir sind die jüdische Rache: "Es war einmal in Deutschland"

Ganz schön gewagt: Eine Filmkomödie über Juden, die nach dem Holocaust in Deutschland bleiben und alte Nazis übers Ohr hauen

Sie tragen ähnlich lange Mäntel, die Hüte lässig über dem Kopf, und Brechstangen und Zangen über den Schultern, als seien es Waffen. Und der ­Filmtitel heißt nicht umsonst "Es war einmal in Deutschland ...". Ein augenzwinkernder Verweis auf "Es war einmal in Amerika", Sergio Leones gewaltiges Epos über eine jüdische Mafia in New York. Nur leben die Juden dieses Films im zerstörten Frankfurt kurz nach dem Krieg und sind nicht wirklich kriminell.

Als "Teilacher", wie Handlungsreisende im Jiddischen heißen, hauen sie allerdings ihre Kunden übers Ohr. Sie verkaufen Aussteuerware: weißes Bettzeug und weiße Tischtücher. Und es gibt genug schmutzige Wäsche, so kurz vor der Stunde Null. Im übertragenen wie im wörtlichen Sinn.

Rückkehr in das Land der Täter und Mitläufer

Die sieben Herren, die alle den Holocaust überlebt haben und seelisch oder körperlich lädiert sind, bringen ihre Ware auf nicht ganz saubere Weise an die deutsche Hausfrau. Weil sie deren schlechtes Gewissen ausnutzen, wenn denn ein solches einmal auszumachen ist. Sonst geben sie sich als Kameraden von deren gefallenen Söhnen oder Gatten aus. "Wir sind", bringt es ihr Anführer, David Bermann, auf den Punkt, "die jüdische Rache".

Bild Nr. 1:
David (Moritz Bleitbreu) heuert einen Teilhaber (Anatole Taubman) an X Verleih

Nach dem Krieg blieben über 4000 in dem Land, das sich bis vor Kurzem noch das Deutsche Reich genannt hatte. Sie kehrten aus den Konzentrationslagern zurück. Oder waren nur auf der Durchreise nach Amerika und blieben hängen. Aber noch nie gab es einen Film über sie und die durchaus berechtigte Fra...

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