Filmfestival von Cannes mit großem Star-Aufgebot eröffnet

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Die Stars sind zurück an der Côte d'Azur: Im südfranzösischen Cannes haben die 74. Internationalen Filmfestspiele begonnen. Jury-Präsident Spike Lee eröffnete das Festival am Dienstagabend zusammen mit anderen Prominenten. Hollywoodstar Jodie Foster nannte das Kino ihre "Rettungsboje" in der Corona-Krise, wegen der die Filmfestspiele 2020 abgesagt werden mussten. In diesem Jahr konkurrieren in Cannes 24 Filme um die Goldene Palme.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Foster ("Angeklagt", "Das Schweigen der Lämmer") begrüßte die Festivalgäste an der Croisette in fließendem Französisch. Die US-Schauspielerin und Regisseurin erinnerte an die "Sorgen und Todesängste", mit denen viele in der Corona-Pandemie konfrontiert gewesen seien. "Und hier sind wir, nach einem Jahr, das wie kein anderes gewesen ist", sagte Foster. "Habt ihr den Glamour vermisst? Ich habe ihn vermisst."

Auf der Bühne nahm die 58-jährige Foster eine Ehrenpalme von dem spanischen Star-Regisseur Pedro Almodóvar entgegen. Zu der Eröffnungszeremonie gesellte sich neben Jury-Präsident Lee auch der südkoreanische Regisseur Bong Joon Ho dazu, der beim Festival 2019 die Goldene Palme für seinen Film "Parasite" bekommen hatte.

Der New Yorker Regisseur Lee ist der erste Schwarze an der Spitze der Jury in Cannes. Vor der Eröffnung des Festivals trug er bei einem Pressetermin eine Kappe mit der Jahreszahl 1619 für die Ankunft der ersten Sklaven in Amerika. Auf die Frage nach seinem Film "Do the Right Thing" von 1989 verwies Lee auf die jüngsten Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA und sagte: "Man würde hoffen, dass rund 30 verdammte Jahre später Schwarze nicht mehr wie Tiere gejagt würden."

Zugleich kritisierte der 64-Jährige, die Welt werde von "Gangstern" regiert. Er spielte damit auf den früheren US-Präsidenten Donald Trump an, den Lee wegen seiner auffälligen Gesichtsfarbe nur "Agent Orange" nennt. Auch den brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro und Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilte der Regisseur.

Die Goldene Palme wird zum Abschluss des Festivals am 17. Juli verliehen. In der Jury sitzen mehrheitlich Frauen, darunter die US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal, die kanadisch-französische Sängerin Mylène Farmer und die französisch-senegalesische Regisseurin Mati Diop.

Die Vergabe der Goldenen Palme an eine Regisseurin ist allerdings unwahrscheinlich, denn nur bei vier der 24 nominierten Filme haben Frauen Regie geführt. In der Geschichte der Filmfestspiele ging die begehrte Auszeichnung erst ein einziges Mal an eine Frau: 1993 an Jane Campion für "Das Piano".

Als Favoriten im Wettbewerb gelten in diesem Jahr der italienische Filmemacher Nanni Moretti, der Franzose Jacques Audiard und der Thailänder Apichatpong Weerasethakul. Als Eröffnungsfilm wurde "Annette" mit Adam Driver und Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard in den Hauptrollen gezeigt.

Am Mittwoch stand unter anderem der neue Film des französischen Regisseurs François Ozon, "Tout s'est bien passé" (etwa: Alles ist gut gelaufen) mit Sophie Marceau auf dem Programm. Darin geht es um einen halbseitig gelähmten Vater, der seine Tochter um Sterbehilfe bittet.

lob/jes

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