Finanzen: Säumige Väter schulden Berlin 45 Millionen Euro an Unterhalt

Die Behörden übernehmen die ausstehenden Zahlungen. Ab Mitte des Jahres wird der Schuldenberg noch steigen.

Berlin hat vergangenes Jahr 55 Millionen Euro Unterhalt vorgestreckt, den säumige Elternteile nicht gezahlt haben. Gleichzeitig holte das Land aber nur knapp zehn Millionen Euro davon bei zahlungspflichtigen Eltern wieder zurück. Ab Mitte des Jahres könnte sich die amtliche Vorleistung noch deutlich erhöhen, da sich Bund und Länder darauf verständigt haben, den Vorschuss bis zum 18. Lebensjahr zu übernehmen.

Bislang gilt die Regelung, dass der Unterhalt maximal sechs Jahre und höchstens bis zum zwölften Lebensjahr vorgestreckt wird. "Damit erfüllt sich nicht nur eine langjährige Forderung unseres Verbandes, diese Entscheidung ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Bekämpfung der Kinderarmut im Land", sagt die Vorsitzende des Vereins Alleinerziehender Mütter und Väter Berlin, Elisabeth Küppers.

"Ab dem zwölften Lebensjahr geht es doch erst so richtig los." In Berlin leben rund 220.000 alleinerziehende Eltern mit insgesamt mehr als 280.000 Kindern. Neun von zehn Alleinerziehenden sind Mütter. Nach Angaben der Jugendverwaltung hat das Amt im vergangenen Jahr für 27.000 Kinder Unterhaltsvorschuss gezahlt, weil der unterhaltspflichtige Elternteil – in der Regel der Vater – seinen Zahlungspflichten nicht nachgekommen ist.

Mehr Väter sind zahlungsunfähig

Dabei ist die Rückholquote in den Bezirken unterschiedlich hoch. Während Pankow fast jeden dritten Euro von säumigen Eltern zurückholt (31,4 Prozent), sind es in Mitte nur zwölf Prozent. Berlinweit beträgt die Quote 17 Prozent, in Bayern l...

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