Finnische Richter gehen in Liberia Kriegsverbrechen nach

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Gibril Massaquoi (Archivfoto)

Finnische Richter sind am Donnerstag im Norden des westafrikanischen Staates Liberia Verbrechen nachgegangen, die während des dortigen Bürgerkrieges in den Jahren 1989 bis 2003 begangen wurden. Die Ermittlungen richten sich gegen den früheren Warlord Gibril Massaquoi, der aus dem benachbarten Sierra Leone stammt. Der Prozess gegen den 51-jährigen Angeklagten wurde im Februar im finnischen Tampere eröffnet, mit einem Urteilsspruch wird im September gerechnet.

Massaquoi werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Die finnischen Richter begaben sich in das Dorf Kamatahun in einer liberianischen Bergregion und besichtigten niedergebrannte Häuser. In dem Krieg in Liberia wurden rund 250.000 Menschen getötet. Oftmals waren dabei Kindersoldaten im Einsatz. Einwohner von Kamatahun warfen Massaquoi vor, er habe Zivilisten in Gebäude eingesperrt, bevor er diese niederbrannte. Massaquoi war im März 2020 in Tampere festgenommen worden.

In den Jahren 1999 bis 2003 war Massaquoi ein hochranginger Verantwortlicher der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) in Sierra Leone. Die RUF stand in enger Verbindung zu dem liberianischen Präsidenten Charles Taylor, der 2012 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 50 Jahren Haft verurteilt worden war. Die Anklageschrift gegen Massaquoi umfasst 4000 Seiten.

ao/mkü