Finnischer Regierungschef Sipilä ist oft sein eigener Pilot

Der finnische Regierungschef Juha Sipilä

Der finnische Regierungschef Juha Sipilä spart gerne - und das auch, indem er sich hin und wieder bei Dienstreisen selbst hinter den Steuerknüppel des Flugzeugs setzt. Dabei scheut der seit Mai 2015 amtierende Ministerpräsident auch Flüge ins Ausland nicht, wie sein Büro mitteilte.

Vergangenes Jahr flog Sipilä demnach mehr als 5000 Kilometer weit in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator, um dort am Europa-Asien-Gipfel teilzunehmen. Auch den Flug zum EU-Gipfel im slowakischen Bratislava im September absolvierte Sipilä selbst, eine Strecke von immerhin 1400 Kilometern.

Wenn Sipilä selbst fliegt, mietet er die Flugzeuge nach Angaben seines Büros auf eigene Kosten. Für den Trip nach Ulan Bator wählte er eine Cessna 525, einen Jet mit Platz für sechs bis sieben Passagiere. Wie viel Geld Sipilä bereits in die Flüge gesteckt hat, konnte sein Büro nicht sagen. Die finnische Wochenzeitschrift "Suomen Kuvalehti" berichtete, es handele sich um "hunderttausende Euro".

Der Ingenieur Sipilä war als IT-Unternehmer zu Wohlstand gekommen, bevor er in die Politik ging und 2015 finnischer Regierungschef wurde. Der 55-Jährige hat sich vorgenommen, sein Land zu sanieren und die Wirtschaft des Eurozonen-Mitglieds anzukurbeln. Und offenbar praktiziert er auch selbst die Sparsamkeit, die er seinen Landsleuten predigt.

Dass Sipilä sich immer wieder als Pilot betätigt, ließ finnische Medien über Sicherheitsbedenken spekulieren. Vor seinem Amtsantritt hatte er 2013 und 2014 zwei Lungenembolien.

Die Regierung teilt diese Bedenken nach eigenem Bekunden nicht. "Wir haben das überdacht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir vom Sicherheitsstandpunkt keine Gründe sehen, es zu beschränken", sagte der für Sicherheitsfragen zuständige Regierungsvertreter Jari Ylitalo. Statistisch sei Fliegen ohnehin "sicherer als Autofahren", und Sipilä sei ein "erfahrener Pilot".

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