Firma aus Franken entwickelt Anti-Corona-Folie

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 3 Min.

Eine fränkische Firma leistet ihren Beitrag im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sie hat eine Folie entwickelt, die Viren tötet.

Big stock of plastic stretch film wrap packing
Werden wir bald mit einer Klebefolie in den Kampf gegen das Coronavirus ziehen? (Symbolbild: Getty Images)

Tische und Stühle, Busse und Züge müssen regelmäßig desinfiziert werden, um das Coronavirus in Schach zu halten. Eine Schutzgarantie ist das nicht, die Viren können sich sofort wieder auf den Oberflächen verteilen. Mit der Erfindung einer Firma aus Franken dürfte der Kampf gegen COVID-19 deutlich leichter fallen. Das Unternehmen hat eine Klebefolie entwickelt, die das Virus tötet.

Die Wunderwaffe gegen Corona besteht aus einer handelsüblichen Klebefolie, die allerdings mit verschiedenen Chemikalien beschichtet ist. Diese sind für Menschen ungefährlich, SARS-CoV-2 gehen sie jedoch an den Kragen. Sobald die Viren auf die Folie treffen, werden sie von den Bioziden getötet.

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Das Produkt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des Folien-Unternehmens Jura-Plast aus Reichenschwand bei Nürnberg mit einem hessischen Startup. Seine Ursprünge reichen zurück in eine Zeit, als die Welt von einer anderen Pandemie heimgesucht wird. "Alles hat 2002 mit einem Anti-Viren-Lack gegen Sars-CoV-1 angefangen, den ein Kollege von mir entwickelt hat", sagt der Chemiker und Geschäftsführer des Startups, Matthias Leidel, in einem Interview mit dem Boulevardblatt Bild.

Mit dem Lack gibt es allerdings ein Problem, er erweist sich als nicht besonders praktisch. Erst als sich Leidels Firma mit dem fränkischen Unternehmen zusammentut, gelingt der Durchbruch. "Wir hatten die Idee für eine Anti-Viren-Folie. Den noch fehlenden Wirkstoff lieferte uns dann Chemiker Leidel", sagt Jura-Plast-Geschäftsführer Jürgen Müller.

Anwendungsmöglichkeiten der Folie

Die Folie kann überall aufgeklebt werden, wo es ein hohes Virenaufkommen gibt, in Zügen und Bussen sowie auf Tische und Stühle in Gaststätten. Sie eignet sich für alle Oberflächen, die von Menschen berührt werden, so auch für Türklingel und -griffe, Lichtschalter und Treppengeländer. Der Preis beläuft sich aktuell auf rund zehn Euro pro Quadratmeter.

Die Wirksamkeit der Folie belegen die Entwickler mit Zahlen. "Innerhalb von zehn Minuten", sagt Leidel, "zerstört unser Wirkstoff 96 Prozent Covid-Viren, innerhalb von 24 Stunden fast 100 Prozent." Das haben sich die Tüftler wissenschaftlich untermauern lassen. "Dass die Folie funktioniert", erklärt Müller, "ist natürlich wissenschaftlich bewiesen. "Das Institut für Biotechnische Forschung und Entwicklung hat ein Zertifikat vergeben."

Aktuell hält die Folie 30 Tage. Das Ziel des Unternehmens ist es, die Haltbarkeit auf 60 Tage zu verlängern. Entsprechende Tests liefen bereits, sagt Müller in einem Interview mit dem Magazin inFranken. Und: Damit soll nicht nur das neuartige Coronavirus bekämpft werden, "sie könnte", fügt Müller hinzu, "auch gegen viele weitere Krankenhauskeime helfen".

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Aktuell wird die Folie im Rathaus in Reichenschwand getestet. Medienberichten zufolge gibt es Überlegungen seitens der Politik, damit demnächst auch die Schulen und Kindergärten der fränkischen Gemeinde auszustatten. Überhaupt soll das Produkt nach Aussage der Entwickler großflächig vermarktet werden. Dafür befindet sich Jura-Plast aktuell auf der Suche nach einem Vertriebspartner.

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