Auf dieses Firmenkonstrukt hatten Maschmeyer, Kofler und Dümmel keinen Bock

In der Höhle der Löwen: Fabian Friede (l.), Laura Simonow und Finn Hänsel wollten 200.000 Euro für zehn Prozent der Anteile an This Place.
In der Höhle der Löwen: Fabian Friede (l.), Laura Simonow und Finn Hänsel wollten 200.000 Euro für zehn Prozent der Anteile an This Place.

Was eigentlich viele wissen, aber dann eben doch nicht so genau wissen: Die Auftritte der Kandidaten in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (DHDL) werden lange vor Ausstrahlung der jeweiligen Folge gedreht. Manchmal sogar sehr lange vorher. Die Gründer des CBD-Kosmetik-Startups This Place etwa waren vor ziemlich genau einem Jahr zur Aufzeichnung in Köln.

In der Startup-Zeitrechnung ist das eine halbe Ewigkeit. Da muss sich doch schrecklich viel verändert haben. „Ja und nein“, sagt Laura Simonow, Mitgründerin und Geschäftsführerin von This Place. Es habe immer einen recht "straighten Plan" für das Startup gegeben, an dem habe sich auch im Lauf des vergangenen Jahres nichts geändert: Markenaufbau, Bekanntheit steigern, neue Vertriebswege, bald ein eigener Offline-Shop. Das war der Plan und das ist der Plan.

DHDL-Wunsch-Löwin: Judith Williams

Ihr Wunsch freilich sei es gewesen, dabei von Reichweite und Expertise eines Löwen oder vielmehr einer Löwin profitieren zu können – Judith Williams sei ihre Wunschinvestorin gewesen, so Simonow. Aber dazu kam es nicht. Gewachsen sei das Unternehmen, das Cremes mit dem Wirkstoff CBD der Cannabis-Pflanze herstellt, in der Zwischenzeit aber trotzdem, auch ohne den Einfluss einer Fernsehinvestorin. „Wir haben eine vierzigfache Umsatzsteigerung hingelegt“, sagt Simonow.

Bei der Aufzeichnung war This Place gerade mal vier Monate am Markt. Gründer Finn Hänsel sprach in der Sendung von 100.000 Euro Umsatz und 3000 Kunden. Das würde bedeuten, dass This Place mittlerweile rund vier Millionen Euro Umsatz macht.

This Place bleibt bei vorgeschlagener Bewertung

Bei ihrem Auftritt in der Sendung waren die damals drei Gründer – Laura Simonow, Finn Hänsel und Fabian Friede, der das Unternehmen und die dahinterstehende Gruppe Sanity Group im Dezember 2021 verlassen hat – noch mit einer Bewertung von zwei Millionen Euro in den Ring gestiegen. Letztlich, so sagt Simonow es rückblickend, sei der Deal dann auch daran gescheitert: an der Bewertung. Ihr Einstiegsangebot sah vor: zehn Prozent für 200.000 Euro. Die Investorin Judith Williams aber verlangt in einem ersten Aufschlag 30 Prozent für diesen Preis, in einem zweiten dann 25,1 Prozent. Die drei Gründer lehnten ab. Dabei sei es weniger um die Anteile als vielmehr um den Preis gegangen, so Simonow zu Gründerszene im Rückblick.

Wobei das Thema mit den Anteilen in der Sendung selbst für hochgezogene Augenbrauen und letztlich Ablehnung bei den anderen Löwen sorgte. Deshalb lohnt es sich, das Konstrukt des CBD-Startups und seiner Mutterfirma Sanity-Group genauer anzuschauen:

Die Sanity Group wurde 2018 von Finn Hänsel und Fabian Friede gegründet. Die Gruppe nennt sich selbst ein „Health- und Life-Science-Unternehmen“, das es sich zum Ziel gesetzt habe, die „Lebensqualität von Menschen durch den sinnvollen Einsatz von Cannabinoiden und die Nutzung des Endocannabinoidsystems zu verbessern“. Das Berliner Cannabis-Startup hat mit diesem Versprechen eine Menge namhafter Investoren und Business Angels hinter sich versammelt: HV Capital, Cherry Ventures, Atlantic Labs, Redalpine, Promis wie Mario Götze, Klaas Heufer-Umlauf, Will.I.Am oder Snoop Dogg mit seinem Cannabis-VC Casa Verde Capital. Insgesamt ist das Unternehmen bereits mit mehr als 65 Millionen Euro finanziert worden.

Sanity Group Gründer FinnHänsel und Fabian Friede
Sanity Group Gründer FinnHänsel und Fabian Friede

Die Firma hat drei Geschäftsbereiche: Medical, also Arzneimittel und medizinische Produkte auf Basis von Cannabis, Consumer Health, das sind CBD-Lifestyleprodukte, und Forschung und Entwicklung. Jeder Geschäftsbereich hat Tochterunternehmen beziehungsweise mehrere Marken unter sich.

Eine Gruppe, drei Geschäftsfelder und eine wachsende Anzahl von Marken - so organisiert sich die Sanity Group.
Eine Gruppe, drei Geschäftsfelder und eine wachsende Anzahl von Marken - so organisiert sich die Sanity Group.

In der Sendung legt Seriengründer Finn Hänsel offen dar, dass die Sanity Group 80 Prozent der Sanity Care GmbH hält, zehn Prozent gehören seiner Mitgründerin und Co-Geschäftsführerin Laura Simonow. Die restlichen zehn seien frei für einen Löweninvestor. Für Kofler, Dümmel und Maschmeyer ist das ein No-Go. Maschmeyer sagte, er wolle kein Startup unterstützen, bei dem die Macherin nur zehn Prozent halte, Kofler wolle sich nicht wie das "fünfte Rad am Wagen fühlen", sagt er.

Ein Jahr nach den Absagen klingt die Co-Gründerin der Kosmetik-Marke aber gar nicht traurig darüber. Der Auftritt sei eine gute Erfahrung gewesen, ein bisschen wie ein Offsite, vielleicht. Und was sie ja auch ohne Investment mitnehmen kann, ist ordentlich Traffic am Tag der Ausstrahlung.

finn Händel sanity group
finn Händel sanity group
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