Fleisch: Komm, wir teilen uns eine Kuh!

May-Britt Wilkens und Brian Lettkemann auf einer Weide in Angermünde

Als May-Britt Wilkens (31) mit Landwirt Lukas Nossenheim das erste Mal auf die Weide tritt, um die Galloway-Rinder aus nächster Nähe zu betrachten, liegt da ein Bulle faul mit dem Rücken zu ihnen. Das mächtige 300-Kilo-Tier sieht die beiden nicht kommen. "Lukas hat den Bullen dann gleich gerufen, damit er sich nicht erschreckt. Das war für mich der Moment, in dem ich dachte: Der macht das richtig. So sieht artgerechte Haltung aus", sagt Wilkens, die im Herbst mit ihrem Geschäftspartner Brian Lettkemann (36) die Firma "Besserfleisch" gegründet hat. Heute zählt Nossenheims Krumbecker Hof in Schleswig-Holstein zu den drei Erzeugern – darunter ein Hof in Angermünde in der Uckermark – die mit Besserfleisch zusammenarbeiten.

Deutschland produziert Rekordmengen an Fleisch

Worum es geht? Man könnte es neudeutsch Cow-Sharing nennen: Besserfleisch-Kunden teilen sich eine Kuh. Diese wird erst geschlachtet, wenn sie komplett verkauft ist. Ganz neu ist das nicht: Früher kauften Menschen oft gemeinschaftlich ein Tier und in Deutschland gibt es ähnliche Anbieter. Ihr Ziel: Fleischüberproduktion vermeiden. "Die ist in Deutschland eklatant", sagt Lettkemann, der Agrarwissenschaften studiert hat.

Tatsächlich wird in Deutschland mehr Fleisch produziert als konsumiert: Im Jahr 2015 erreichte der Selbstversorgungsgrad mit Fleisch und Wurst 122 Prozent und damit einen neuen Rekord. Vor zehn Jahren entsprach diese Quote mit 99 Prozent noch dem Konsum. Nach den USA und Brasilien ist Deutschland mittler...

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