Flucht übers Mittelmeer: Allein 2017 sind schon fast 1000 Menschen ertrunken

40 Prozent der Seenotrettungen werden von Nichtregierungsorganisationen geleistet.

Sie ist wieder unterwegs. Die „Sea Eye“, ein leuchtend grün gestrichener ehemaliger Fischkutter von der Insel Rügen, lag in der vergangenen Woche auf Malta vor Anker, an diesem Wochenende hält sie wieder vor der libyschen Küste Ausschau nach Flüchtlingen, die in Seenot sind und Hilfe brauchen. Wird ein Boot gesichtet, schickt die „Sea Eye“ zwei Schlauchboote los, mit jeweils drei Helfern an Bord.

Sie versorgen die Verzweifelten mit Schwimmwesten und Wasser, selbst bergen können und wollen sie nicht, dafür ist der Kutter zu klein. Die „Sea Eye“ setzt einen Funkspruch an die zentrale Leitstelle des italienischen Militärs in Rom ab, die alle Rettungseinsätze auf dem Mittelmeer koordiniert und größere Schiffe schickt, die in der Nähe sind und die Menschen aufnehmen können.

8000 Menschen mussten geborgen werden

Am vergangenen Wochenende war die Lage dramatisch. 970 Menschen retteten allein die freiwilligen Helfer des in Regensburg ansässigen Vereins „Sea Eye“ an den Osterfeiertagen, aus völlig überfüllten, seeuntauglichen Booten. Das Meer war ruhig, sodass Tausende die Überfahrt wagten. Doch dann kam schwere See, mehr als 8000 Menschen wurden geborgen, so die Internationale Organisation für Migration (IOM). Ein neuer trauriger Rekord, der auch die Rettungskräfte an die Grenzen brachte.

Zwei deutsche private Schiffe,  die „Sea Eye“ und die „Iuventa“ der Organisation Jugend rettet, sahen sich gezwungen, von ihrer üblichen Praxis abzuweichen und Hunderte Menschen an Bord zu holen, weil diese sonst ertrunken wären. Für mindestens zehn kam trotzdem jede Hilfe zu spät. Die beiden Schiffe gerieten schließlich sogar selbst in Seenot und waren ihrerseits auf Hilfe angewiesen – das hat die Debatte um Sinn und Unsinn von privater Seenotrettung erneut angefacht.

Dass sich die...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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