Flug verpasst: So bekommen Sie trotzdem Geld zurück

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Im Datum vertan, am Check-in getrödelt oder einfach nur verschlafen: Wer seinen gebuchten Flug verpasst oder aus anderen Gründen nicht antritt, hat meist auch finanziell das Nachsehen. Dabei gibt es durchaus Wege, zumindest einen Teil des Ticketpreises zurückzubekommen.

Was tun, wenn man den Flug verpasst hat? (Symbolbild: Getty Images)

Es ist ein doppeltes Ärgernis: Da hat man schon den Flieger verpasst und bleibt dann auch noch auf den Kosten sitzen. Eine Rückerstattung scheint aussichtslos – schließlich tritt man den Flug ja aus eigenem Verschulden nicht an. Oder?

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Die Wenigsten wissen, dass es auch bei kurzfristig nicht angetretenen oder nicht stornierbaren Flügen Möglichkeiten gibt, zumindest einen Teil des Geldes zurückzubekommen. Wenn schon nicht für den gesamten Flugpreis, dann doch zumindest für die mit dem Ticket bereits erhobenen Steuern und Gebühren, die die Airline nicht bezahlen muss, wenn der Gast gar nicht befördert wird. Eine Rückerstattung dieses Teilbetrags steht jedem Fluggast zu, der seine Reise nicht angetreten hat, und lohnt sich vor allem bei innereuropäischen und Kurzstreckenflügen, bei denen Steuern und Gebühren den größten Teil des Preises ausmachen. Bei Langstreckenflügen ist zum einen der reine Flugpreis höher, zum anderen haben hier viele Gäste sowieso eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen, die wenigstens bei wegen Krankheit nicht angetretenen Flügen greift.

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Wer Steuern und Gebühren zurückfordern will, kann sich beispielsweise direkt an das Reisebüro oder die Airline wenden. Eine solche Rückerstattung auf Einzelfallbasis ist unter Einhaltung einiger Bestimmungen möglich, je nach Airline allerdings relativ aufwändig, zudem werden oft hohe Bearbeitungsgebühren erhoben. Lediglich bei der deutschen Airline Lufthansa wird der Betrag bei Einhaltung einiger Bestimmungen (Buchung direkt auf der Website, Nichtantritt von Hin- und Rückflug) im Allgemeinen recht unkompliziert erstattet.

Wie funktioniert die Rückerstattung über ein Flugstornierungsportal?

Wer für die damit verbundene Bürokratie keine Zeit und aufbringen will, kann sich an ein Flugstornierungsportal wenden. Das Unternehmen Geld-für-Flug.de kauft Privatpersonen deren Erstattungsansprüche zu einem kalkulierten Fixpreis ab und geht dann in eigenem Namen gegen die Airlines vor. Der Fixbetrag entspricht dabei vielleicht nicht der gesamten Summe von Steuern und Gebühren, doch das Geld wird schnell überwiesen und der Fluggast muss sich nicht lange mit Airlines und Rechtsstreitigkeiten herumstreiten.

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