Flugbegleiterin erklärt, wieso sie Gäste vor dem Flug genau mustert

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Wenn die Flugbegleiterin nach dem Boarding die Passagiere mustert, handelt es sich um den sogenannten „A.B.P.-Check“: Sie sucht nach Unterstützung für den Notfall. Das ist aber tatsächlich nicht alles.

Air stewardess welcome in front of airplane
Lächeln und gleichzeitig prüfen: Der A.B.P.-Check beim Betreten eines Flugzeugs. Foto: Symbolbild / gettyimages

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie beim Betreten eines Flugzeugs von der Kabinencrew gemustert werden? Oder dass ein Crewmitglied vor dem Start nochmal durch den Gang läuft und alle Passagiere begutachtet? Auf Tiktok hat jetzt eine Flugbegleiterin erklärt, woran das liegt und damit zahlreiche Menschen verblüfft.

Wer kann im Notfall helfen?

Kat Kamalani kommt aus Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah und ist seit über fünf Jahren Flugbegleiterin. Laut Insider hat sie ihre Schwangerschaft vergangenes Jahr dazu genutzt, Influencerin zu werden. Auf Tiktok folgen ihr zwischenzeitlich 500.000 Menschen, auf Instagram über 65.000. In ihren Beiträgen und Videos wirft sie einen Blick hinter die Kulissen ihres Arbeitsalltags hoch über den Wolken und erklärt, was vielen Fluggästen dabei verborgen bleibt.

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In ihrem aktuellen Video von Montag, das bereits über 1,5 Millionen Mal angeklickt wurde, erklärt Kamalani den „A.B.P.-Check“. Das ist der Blick, mit dem die Kabinencrew sämtliche Fluggäste bei der Begrüßung scannt. „Ich wette, ihr wisst nicht, was wir da suchen, wenn wir euch zur Begrüßung freundlich anlächeln“, sagt Kamalani. Die Antwort lautet: „Unsere A.B.P.“ Die Abkürzung steht für „Able Bodied Person“ (etwa: körperlich voll einsatzfähige Menschen).

Platz am Notausgang

Kamalani nennt als Beispiele Soldat*innen, Polizist*innen oder Doktor*innen. Menschen, die im Notfall von der Kabinencrew mit wichtigen Aufgaben betraut werden und anderen helfen können. Bei einer Notlandung etwa oder bei einem Sicherheitsverstoß – „wir wissen dann, wer uns zur Seite stehen kann“, schließt Kamalani.

Das Luftfahrtbundesamt schreibt, dass A.B.P.s vor allem vor Notausgängen platziert werden und sich mit dem Mechanismus der Tür vertraut machen sollen:

„Passagiere in Notausgangsreihen, die im Notfall die Kabinenbesatzung unterstützen müssen (ABP), sind von der Kabinenbesatzung zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach dem Einsteigevorgang in ihre Aufgaben einzuweisen. Dabei sollten sie auf die Aufkleber an den Notfenstern sowie die Passagier-Sicherheitsanweisung hingewiesen werden mit der Bitte, sich mit den Anweisungen vertraut zu machen.“

Menschenhandel – bei Verdacht sofort melden

Das sei aber tatsächlich nicht der alleinige Grund für die prüfenden Blicke, fügt Kalamani noch hinzu: „Wir suchen auch nach Gegenständen, die manche Fluggäste bei sich tragen, die aber nichts an Bord zu suchen haben.“ 

Doch es gibt noch einen ernsteren Anlass: „Wir suchen zudem nach Opfern von Menschenhandel. Das geschieht leider sehr häufig auf Linienflügen.“ Wer deshalb auf dem nächsten Flug einen Verdacht hat, ruft Kalamani ihre Follower*innen auf, soll sich unbedingt an die Besatzung wenden.

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