Flugpassagiere meutern gegen übelriechende Fracht

Durian-Früchte

Stinkende Fracht hat in Indonesien zu einer Meuterei von Flugzeugpassagieren geführt. Eine Maschine der Gesellschaft Sriwijaya Air konnte erst mit einstündiger Verspätung vom Flughafen Bengkulu auf Sumatra nach Jakarta abheben, weil die Passagiere sich weigerten, in dem müffelnden Flugzeug zu fliegen. Schuld war eine Ladung von mehr als zwei Tonnen der auch als Stinkefrucht bekannten exotischen Durian-Frucht an Bord.

Durian ist bei südostasiatischen Feinschmeckern äußert beliebt und gilt dort wegen ihres cremigen Fruchtfleisches und ihres an Blauschimmelkäse erinnernden Geschmacks als "Königin der Früchte". Ihre Gegner vergleichen ihren penetranten Geruch dagegen mit den Ausdünstungen von Kanalisation, Erbrochenem oder ungewaschenen Socken. In mehreren asiatischen Ländern ist der Verzehr von Durian in der Öffentlichkeit wegen der Geruchsbelästigung verboten.

"Durian gilt nicht als Gefahrengut an Bord von Flugzeugen", rechtfertigte sich Sriwijaya-Air-Sprecher Abdul Rahim am Dienstagabend im Fernsehsender Kompas TV. Die Fracht habe in diesem speziellen Fall besonders stark gestunken, weil es außergewöhnlich heiß gewesen sei.

Die Besatzung habe versucht, den Geruch durch das Verstreuen von Kaffeepulver auf der Ladung in Grenzen zu halten. Angesichts des Widerstandes der Passagiere mussten die Früchte schließlich wieder entladen werden, das Flugzeug hob mit einer Stunde Verspätung ab.