Eichhörnchen im Flugzeug löst Polizeieinsatz aus

Eichhörnchen sind keine akzeptierten Assistenztiere. (Symbolbild: Jeff J Mitchell/Getty Images)

Kann ein Eichhörnchen ein Assistenztier sein? Nicht, wenn es nach dieser Fluglinie geht.

Eine Frau sorgte mit einem ungewöhnlichen emotionalen Assistenztier für Aufsehen: Auf einem Flug der Fluglinie Frontier von Orlando nach Cleveland brachte sie ein Eichhörnchen mit an Bord. Das Tier durfte allerdings nicht bleiben: Obwohl die Frau sich zur Wehr setzte, mussten sie und ihr Eichhörnchen die Maschine vor dem Start verlassen, wie „WFTV“ berichtete. Denn obwohl die Toleranz für Assistenztiere unterschiedlichster Arten steigt, sind Eichhörnchen nach wie vor nicht darunter.

Die Frau hatte zwar bereits bei der Buchung des Fluges angekündigt, zur emotionalen Unterstützung ein Tier mit an Bord zu bringen. Doch sie äußerte sich anfangs nicht zur Art des Tieres, um das es sich handelt. Nagetiere sind allerdings auf den Flügen der Fluglinie Frontier explizit nicht erlaubt, wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber „ABC“ angab. Weil die Frau sich zunächst weigerte, das Flugzeug zu verlassen, musste die Polizei hinzugezogen werden. Erst als diese auch alle anderen Passagiere bat, das Flugzeug zu verlassen, willigte die Frau ein, mit ihrem Assistenz-Eichhörnchen das Feld zu räumen. Als es letztlich gelang, die Frau dazu zu bewegen, jubelten die übrigen Passagiere, für die der Zwischenfall für einige Stunden Verspätung sorgte.


Ich wollte nur allen mitteilen, dass wir alle wegen einer Frau, die ein EICHHÖRNCHEN MIT INS FLUGZEUG nach Cleveland nahm, wieder aussteigen mussten

Der Fall hat auch offizielle Konsequenzen. Ab dem 1. November müssen Assistenztiere nun eine genaue Liste mit Anforderungen erfüllen, um an Bord von Flugzeugen der Linie Frontier erlaubt zu sein. Letztlich erfüllen nur Katzen und Hunde die erforderlichen Voraussetzungen. Ursprünglich waren die Bestimmungen für Assistenztiere, die emotionale Unterstützung bereitstellen, bei vielen Fluglinien um einiges flexibler. So durften etwa bereits so skurrile Tiere wie ein Pfau als emotionale Assistenztiere in Flugzeugen mitreisen. Manche Fluglinien machten es anders und legten fest, welche Tiere nicht an Bord ihrer Maschinen erlaubt sind. So hat eine Fluglinie etwa explizit die Mitnahme von Truthähnen als emotionale Assistenztiere untersagt. Hunde sind hingegen für gewöhnlich gerne gesehen, auch dann noch, wenn sie sehr groß sind.


Das ist mal ein echtes emotionales Assistenztier. Mit anderen Worten: Ein Pferdehund. Er hat DREI SITZPLÄTZE belegt. Er hat sich sehr gut benommen und hatte ganz klar einen Draht zu seinem Besitzer. Alle Passagiere des Flugzeuges waren sehr glücklich mit ihm. Ich auch. Toller Hund. Aber auch ziemlich groß.

Insgesamt werden immer mehr emotionale Assistenztiere an Bord von Flugzeugen mitgenommen. Bei der Fluglinie United waren es etwa 43.000 im Jahr 2016, im Folgejahr bereits 76.000, wie eine Sprecherin gegenüber „USA Today“ bekanntgab. Dementsprechend nehmen auch die Vorfälle mit Tieren an Bord zu: Denn die Vierbeiner, gefiederten Freunde und andere tierische Begleiter müssen auch immer wieder mal. Auch zu Bisswunden und weiteren Verletzungen ist es bereits gekommen, als etwa unlängst ein Kind von einem Hund im Gesicht gekratzt worden war, nachdem es versucht hatte, das Tier zu streicheln. Die „Washington Post“ berichtete darüber. Um ein Haustier – welches auch immer – als emotionales Assistenztier mit an Bord zu bringen, ist in jedem Fall eine ärztliche Bestätigung vonnöten.

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