Formel 1: Ein nachdenklicher Vettel und ein unschuldiges Model

Der Flaggenverantwortliche bemerkte zu spät, dass er Winnie Harlow die Flagge noch nicht hätte geben dürfen

Montreal.  Für Winnie Harlow war es ein ungewöhnlicher Sonntagabend in Montreal. Normalerweise steht die Kanadierin Modell für Modemarken oder tritt in den Videos bekannter US-Musiker auf. Diesmal hatte sie eine schwarz-weiß-karierte Fahne in der Hand und sollte das Formel-1-Rennen auf dem Circuit Gilles-Villeneuve nach 70 Runden abwinken. Das tat sie auch, allerdings eine Runde zu früh. Es ist nicht der erste Fauxpas dieser Art für die Formel 1, die jetzt über die Abschaffung der berühmten Zielfahne nachdenkt.

"Ich war reichlich verwirrt", sagte Sieger Sebastian Vettel nach dem Rennen. "Einige Streckenposten glaubten schon, dass alles vorbei war und schwenkten fröhlich alle Flaggen für die Fahrer." Dabei waren tatsächlich erst 69 von den vorgesehenen 70 Runden absolviert. Laut Reglement mussten die Platzierungen daher bereits nach 68 Umläufen gewertet werden. Am Ergebnis auf den ersten Plätzen änderte das nichts.

Schumachers Erbe

Für Sebastian Vettel war die letzte Rennrunde dennoch eine besondere. "Ich musste viel an Michael Schumacher denken, an seinen letzten Sieg hier", sagte der Heppenheimer. Der 2013 bei einem Skiunfall verunglückte Rekordweltmeister war seit 2004 der letzte Ferrari-Pilot gewesen, der den Großen Preis von Kanada gewinnen konnte. Vettel trat nun mit dem 50. Triumph seiner Karriere in die Fußstapfen seines Idols.

"Es ist schade, dass er nicht dabei sein konnte. Für mich ist es unglaublich, in dieser Position zu sein, das gleiche Auto wie er zu fahren", sagte ein bewegt...

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