Forscher schätzen Gesamtzahl Schwarzer Löcher im All

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Schwarze Löcher sind schon per Definition schwer zu finden. Wissenschaftler glauben jetzt, eine Methode zur Zählung gefunden zu haben.

Illustration eines Schwarzen Lochs im Weltall. (Illustration: Getty Images)
Illustration eines Schwarzen Lochs im Weltall. (Illustration: Getty Images)

Um Schwarze Löcher im Weltall ranken sich unzählige Mythen. Grundsätzlich handelt es sich dabei um die kollabierten Kerne ausgebrannter Sterne, die eine so dichte Masse ergeben, dass weder Material noch Strahlung, nicht einmal Licht hindurch dringen kann. Italienische Astrophysiker haben sich nun zumindest einem der Geheimnisse angenähert. In einer neuen Studie versuchten sie, die Anzahl der Schwarzen Löcher festzulegen. Die Zahl, die dabei herauskam, klingt für die meisten Menschen astronomisch.

Innovative Studie

Im Universum soll es 40 Trillionen stellare Schwarze Löcher geben. Ausgeschrieben sieht die Zahl so aus: 40.000.000.000.000.000.000. Das entspräche etwa einem Prozent der Masse im einsehbaren Universum.

Wie Alex Sicilia von der International School of Advanced Studies (SISSA) erklärt, wurde für die Studie, die im Astrophysical Journal veröffentlich wurde, ein neue Herangehensweise angewandt. Gegenüber der Website Sciencealert erklärte Sicilia: "Der innovative Charakter dieser Arbeit ist die Kombination eines detaillierten Models der stellaren und binären Evolution mit fortgeschrittenen Konzepten der Sternbildung und Metall-Anreicherung in individuellen Galaxien."

Hinweise zur Entstehung des Weltalls

Aus dieser Methode ergibt sich nun die neue Schätzung der Gesamtzahl. Es handele sich dabei um die erste solide Schätzung der Anzahl in der Geschichte des Weltalls, so Sicilia. Die Frage nach der Menge der Schwarzen Löcher könnte die Wissenschaft einen Schritt weiter in der Erforschung des Universums bringen. Zum Beispiel könnten so Hinweise entstehen, wie sich die supermassiven Schwarzen Löcher im Kern von Galaxien entwickelten, die teilweise die milliardenfache Masse der Sonne haben. Diese gab es laut den Physikern bereits erstaunlich kurze Zeit nach dem Urknall.

Die Studie ist die erste mehrerer Arbeiten, die das Forscherteam zukünftig über die Verbreitung Schwarzer Löcher veröffentlichen wird. Denn nach wie vor gibt es viel herauszufinden über die Eigenschaften und Auswirkungen von Schwarzen Löchern. Erst 2020 wurden Reinhard Genzel, Andrea Ghez und Roger Penrose für ihre Forschungen zu Schwarzen Löchern mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

VIDEO: Weltpremiere: Erstes Bild vom Schwarzen Loch

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