Forscher wandeln Pilz mithilfe von Bakterien zum Stromgenerator um

Pilze bieten Cyanobakterien offenbar hervorragende Lebensbedingungen. (Symbolbild: Getty Images)

Ein Champignon als Stromquelle? Was unglaublich klingt, hat ein Forscherteam am “Stevens Institute of Technology” in Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey realisiert. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, einen herkömmlichen Champignon mit der Zugabe besonderer Bakterien in einen Mini-Generator umzubauen.

Die Ergebnisse wurden am 7. November 2018 im Fachmagazin “Nano Letters” vorgestellt. Der Pilz wurde vom Team um Assistenzprofessor Manu Mannoor mit Cyanobakterien und sogenannten Graphen versehen. Sobald die Forscher die Vorrichtung mit Licht bestrahlten, erzeugten die Bakterien mithilfe von Photosynthese geringe Mengen Elektrizität, die die Graphen als Fotostrom sammeln konnten.

Cyanobakterien profitieren vom Pilz

Von der Errungenschaft der amerikanischen Wissenschaftler berichtet auch “independent.co.uk”. Cyanobakterien können grundsätzlich Elektrizität in minimalem Umfang erzeugen. Bisher sei es aber noch nicht gelungen, die Bakterien künstlich für längere Zeit am Leben zu erhalten.


“Ein bionischer Pilz, der Strom erzeugt.”

Das Zusammenspiel zwischen den empfindlichen Kleinstlebewesen und einem Champignon könnte das Problem gelöst haben: Die Forscher stellten fest, dass die Cyanobakterien eine deutlich höhere Lebenserwartung haben, wenn sie in einem lebenden Champignon platziert werden. Dieser könne den Bakterien günstige Wachstumsbedingungen bieten und ihnen Nährstoffe zur Verfügung stellen.

Bisher nur geringe Stromerzeugung möglich

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass eine kleine Anzahl von Pilzen bereits dazu in der Lage wäre, eine LED-Lampe zum Leuchten zu bringen. Von ausreichender Stromerzeugung für größere Geräte sind sie aber noch weit entfernt. Das Forschungsteam ist zuversichtlich, künftig weitere Erfolge auf dem Gebiet erzielen zu können: “Indem wir diese Mikroben mit Nanomaterialien verbinden, könnten wir potenziell viele andere Bio-Hybride für Umwelt, Verteidigung, Gesundheitswesen und andere Bereiche realisieren”, sagte Mannoor gegenüber “independent.co.uk”.