Foto auf Google Street View hilft dabei, geflohenen Mörder zu verhaften

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Knapp 20 Jahre nach seiner Flucht aus einem italienischen Gefängnis konnte Mitte Dezember ein verurteilter Mörder verhaftet werden – in Spanien. Ein erster Hinweis auf seinen Aufenthaltsort gab ein Foto auf Google Street View.

Eine solche Google Street View-Kamera hat wohl einen italienischen Mörder in seinem Versteck aufgezeichnet. (Bild: Getty Images)
Eine solche Google Street View-Kamera hat wohl einen italienischen Mörder in seinem Versteck aufgezeichnet. (Bild: Getty Images)

Nach fast zwei Jahrzehnten auf der Flucht konnte am 17. Dezember ein Mann verhaftet werden, der auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher*innen Italiens stand.

Mitglied einer mafiösen Struktur

Gioacchino Gammino war im Jahr 2002 aus einem Gefängnis in Rom ausgebrochen, in dem er für Mord saß. Sein Urteil lautete: lebenslange Haft. Doch anstatt diese abzusitzen, konnte er flüchten und war danach für knapp 20 Jahre von der Bildfläche verschwunden.

Die Polizeibehörden suchten ihn daraufhin europaweit mit einem internationalen Haftbefehl. Zwar gab es Spuren nach Spanien, wo Gammino nun Mitte Dezember gefasst werden konnte, doch für lange Zeit sollte sich keine davon verfestigen.

Öffentlich wurde die Verhaftung Gamminos erst vergangene Woche. Der verurteilte Mörder gehört Medienberichten zufolge zur "Stidda", einer kriminellen Organisation, die vor allem auf Sizilien operiert.

Erst Google, dann Facebook

Zum Verhängnis wurde dem 61-jährigen ein Foto auf Google Street View. Das soll ihn vor einem Lebensmittelgeschäft in Galapagar, einer spanischen Stadt nahe Madrid, zeigen. Das Foto wurde, so zeigt es der Kartendienst an, im Juli 2018 aufgenommen. 

Darauf zu sehen sind zwei Männer, die sich unterhalten, der eine lehnt dabei locker an eine Hauswand. Weil bei dem Kartendienst automatisiert Gesichter verpixelt werden, diente das Foto nur als Anhaltspunkt für die Behörden.

Die konnten dadurch aber ihre Suche nach Gammino – der hatte laut The Guardian zwischenzeitlich geheiratet, arbeitete als Koch, führte einen Obst- und Gemüseladen und lebte unter dem Vornamen Manuel – eingrenzen. Und sie wurden tatsächlich fündig, und zwar wiederum online: Sie fanden auf der Facebook-Seite eines, mittlerweile geschlossenen, Restaurants weitere Fotos. Dieses Mal konnte der Mann darauf anhand einer charakteristischen Narbe an seinem Kinn identifiziert werden: Gioacchino Gammino.

Untersuchungshaft in Spanien

Ein Hinweis für eine Verbindung zwischen Lebensmittelgeschäfts und Restaurant, die zudem nahe beieinander lagen, waren auch ihre Namen: El Huerto de Manu ("Manus Garten") und Cocina de Manu ("Manus Küche"). Auf der Speisekarte des Restaurants standen außerdem sizilianische Delikatessen.

Für Gammino kam seine Verhaftung laut Polizeiberichten überraschend. Er soll bei seiner Verhaftung gefragt haben: "Wie konntet ihr mich finden? Ich habe seit zehn Jahren nicht mehr meine Familie angerufen."

Derzeit befindet sich Gammino in Untersuchungshaft in Spanien. Doch die italienischen Behörden wollen ihn bis Ende Februar in ihre Zuständigkeit zurückholen.

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