Fotografie: Es ist aufgetischt - Juergen Teller im Martin-Gropius-Bau

Frösche, Heimat und viele nackte Promis: Juergen Teller zeigt im Martin-Gropius-Bau, wie weit Fotografie heute gehen kann.

Gleich am Anfang sehen wir Mum, wie Juergen Teller seine Mutter nennt. Sie hält ein Schild in der Hand mit seinem Namen: Jürgen Teller, als er das "ü" noch nicht durch "ue" ersetzte, weil das im Englischen so schlecht kam. Neben Mum im Adidas-Anzug steht ein Tisch mit Spitzendeckchen, in der Vase stecken getrocknete Blumen, die Wände sind holzvertäfelt. Wir wissen nicht, ob das Mums altes Wohnzimmer ist, wir wissen nur: Tellers wunderbare Ausstellung "Enjoy Your Life!" im Martin-Gropius-Bau ist vor allem eine Hommage an seine Mutter und seine alte Heimat Bubenreuth, nahe Nürnberg, wo er aufwuchs, bis es ihn nach London verschlug. In Nürnberg ist er seit drei Jahren Professor, wenn er dort unterrichtet, kehrt er heim zu Mum und manchmal entstehen dann Fotos, wie die stille Serie mit Fotografien aus dem Wald.

In Vitrinen liegen seine Deutschland-Fotos, die Litfaßsäule mit den Plakaten seiner Ausstellung in Nürnberg, auch die Einladung des ehemaligen Bundespräsidenten Gauck ins Schloss Bellevue zu einer Foto-Soiree. Teller wollte da eigentlich nicht hin, Mum unbedingt. "Ich war der einzige, der mit seiner Mutter da angeschlurft kam", so erzählt er es. Aus solchen etwas anderen Momenten entstehen bei ihm die besten, skurrilsten Fotos, gewappnet mit jeder Menge Humor. Wer den allerdings nicht mag, mag seine teilweise schrägen Fotos nicht. Als er etwa Mum und seinen Freund, Schauspieler Lars Eidinger, mit nach Versailles nahm zu einem Shooting. Plötzlich interviewte Eidinger seine M...

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