Fotos von "Kussmund" auf Aida-Kreuzfahrtschiffen verletzen Urheberrecht nicht

Fotos von öffentlich zugänglichen Kunstwerken dürfen von jedem gemacht und isn Internet gestellt werden. Dies entschied der Bundesgerichtshof im Urheberrechtsstreit um ein Foto von dem sogenannten Kussmund am Bug der Aida-Kreuzfahrtschiffe in einem am Donnerstag in Karlsruhe veröffentlichten Urteil. (Az. I ZR 247/15)

Im Ausgangsfall hatte ein Veranstalter von Landgängen in Ägypten zu Aida-Reisen mit einem Kussmund-Foto geworben und war deshalb von der Reederei wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt worden.

Der BGH wies nun darauf, dass Kunstwerke, die unter freiem Himmel für jeden frei zugänglich sind, auch fotografiert und die Bilder ins Internet gestellt werden dürfen. Diese sogenannte Panoramafreiheit gelte nicht nur für feststehende Kunstwerke wie Denkmäler sondern auch für "nicht ortsfeste" Kunstwerke, etwa künstlerische Werbung an Bussen, Straßenbahnen oder eben Kreuzfahrtschiffen.

Künstler, die Werke für solch einen Verwendungszweck schaffen, müssen es dem BGH-Urteil zufolge hinnehmen, dass ihre Kunst an öffentlichen Orten ohne ihre Einwilligung fotografiert oder gefilmt wird. Ansonsten würde Fotografieren und Filmen im öffentlichen Raum zu weitgehend eingeschränkt, entschied das Gericht.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen