Fragwürdiger Trend: Diese Frauen posten Make-up-Fotos aus dem Kreißsaal

Über diesen Trend darf man sich ruhig wundern: Auf Instagram posten hochschwangere Frauen ihr Make-up aus dem Krankenhaus – während sie schon in den Wehen liegen.

Schminken im Kreissaal: Muss das wirklich sein? (Bild: Instagram/glamandgab)

Was ist wohl die sinnvollste Beschäftigung für eine Frau kurz vor der Entbindung ihres Kindes? Dazu gibt es sicherlich unterschiedliche Ideen – sich noch während der Wehenphase ein komplettes Gesichts-Make-up zu verpassen und dieses quasi kurz vor den Presswehen noch schnell auf Instagram zu posten, wird aber sicherlich den wenigsten Schwangeren einfallen.

Diesen Frauen schon: Immer mehr Schwangere posten ihr “Krankenhaus-Make-up“ auf Instagram und Facebook, unter Hashtags wie “hospitalmakeup“, “laboranddelivery“ oder “readyforlabor“ finden sich Fotos aus den Krankenhausbetten, auf denen der Schwangerschaftsbauch hinter all den Pinselchen und Schwämmchen, Paletten und Make-up-Tuben fast zu verschwinden droht:


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Beauty-Vloggerin Alexis Jayda (rund 66.000 Follower auf Instagram) trug ihr Make-up auf, während die Wehen schon eingesetzt hatten. Und auch ihre Bloggerkollegin Lee Ann Jarrell, die für ihre extravaganten Make-ups bekannt ist, ließ ihre Fans am fast schon zurückhaltenden Krankenhaus-Look teilhaben:


Nun mag es unterschiedliche Gründe geben, warum eine Hochschwangere das Make-up-Schwämmchen quasi noch im Kreißsaal schwingt. Viele Frauen machen sich tatsächlich Gedanken um ihr Aussehen im Geburtskrankenhaus. Das Kosmetikunternehmen Cosmetify etwa befragte Schwangere zu ihren das Aussehen betreffenden Befürchtungen direkt nach der Geburt.

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Unter den Top-Sorgen lagen dabei: gut auf Fotos auszusehen (31 Prozent), bei Besuchern vorzeigbar auszusehen (26 Prozent) und der Versuch, nicht krank, erschöpft und ausgelaugt zu wirken (22 Prozent). Doch muss man die Anstrengungen einer Geburt wirklich wegschminken?

Die Reaktionen auf die Make-up-Looks aus dem Kreißsaal fallen entsprechend verschieden aus:

Bild: Screenshot Facebook

“Ich bin eine dieser Mütter“, schrieb etwa Arpita Weiss. “Obwohl ich vorbereitet war mit meinem Make-up in der Krankenhaustasche, habe ich währenddessen wirklich alles vergessen. Meine beste Freundin nahm sich einen Tag frei, blieb über zehn Stunden bei mir, ließ ihren Ehemann für die Tochter sorgen und schminkte mich, während ich schon in den Wehen lag. Ich liebe die ersten Bilder, als das Baby geboren war. Diese Erfahrung hat unsere Verbindung noch stärker gemacht.“

Doch es gibt auch Gegenstimmen:

Bild: Screenshot Facebook

“Das ist so traurig. Die Schönheit des Moments liegt doch nicht in deinem Aussehen oder in Social Media. Du bringst dein Baby auf die Welt und das ist der wertvollste und schönste Moment.“

Am Ende jedoch tut wohl jeder das, was ihm am sinnvollsten erscheint:

Bild: Screenshot Facebook

“Gut für sie“, schrieb Carla Popescu. “In dem Augenblick habe ich nicht an Make-up gedacht und ich sehe schrecklich auf diesen Bildern aus. Aber es ist mir egal – es war einer der glücklichsten und schönsten Momente meines Lebens!“

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