Frankreich: 2 Frauen und 9 Männer kandidieren für die Präsidentschaft

In knapp einem Monat hält Frankreich die erste Runde der Präsidentschaftswahl ab. Jetzt hat der Verfassungsrat die Liste der Präsidentschaftskandidaten veröffentlicht, die sich mit mindestens 500 Fürsprechern qualifiziert haben – es sind 11.

Darunter sind sechs Namen wie Natalie Arthaud von den Trotzkisten oder Nicolas Dupont-Aignan von der gaulistischen Partei Debout la France, die zum Teil zwar mehr Unterschriften bekamen als Marine Le Pen, bei der Wahl aber keine Chancen haben. Sie kandidieren meist zum wiederholten Mal an und kamen vor fünf Jahren auf Ergebnisse im einstelligen oder gar Nachkomma-Bereich.

Die fünf starken Kandidaten werden am Montag erstmals in einer Fernsehdebatte gegeneinander antreten. Neu für Frankreich ist, dass die Favoriten in den Umfragen dieses Mal nicht aus den beiden großen Volksparteien kommen.

An erster Stelle liegt aktuell Marine le Pen vom Front National mit rund 26 Prozent. Sie muss sich voraussichtlich direkt mit dem Zweitplatzierten Emmanuel Macron messen. Der ehemalige Sozialist, der mit seiner eigenen Plattform En Marche antritt, käme derzeit auf gut 25 Prozent.

Macron werden in einer Stichwahl aber die besseren Chancen eingeräumt, weil Demoskopen davon ausgehen, dass Anhänger unterlegener Kandidaten er zu ihm als zu Le Pen überlaufen würden. Weil sich die Programme zum Teil aber fundamental widersprechen, könnte Macrons Vorteil am Wahltag auch kleiner ausfallen.

Francois Fillon von den konservativen Republikanern wird die Affäre um eine mögliche Scheinanstellung seiner Frau nicht los und liegt knapp unter 20 Prozent. Dennoch glauben Beobachter, dass manchem Wähler eine Rückkehr der konservativen Volkspartei an die Macht wichtiger sein könnte – nach fünf Jahren unter den Sozialisten.

Benoit Hamon von den Sozialisten wirbt unterdessen mit einer Reformagenda für das Sozialsystem und einer Art bedingungslosem Grundeinkommen, spürt aber den Balast der schlechten Umfragewerte des amtierenden Präsident Francois Hollande. Er kommt derzeit auf um die 12 Prozent.

Ungefährt gleichauf liegt Jean-Luc Melanchon, der den linken Rand vertritt, von der Kommunistischen Partei unterstützt wird und vor allem bei jüngeren Wählern punktet, etwa mit einer Energiewende.

Qualifikation der Kandidaten

Um sich zu qualifizieren, müssen Präsidentschaftskandidaten in Frankreich mindestens 500 Patenschaften aus dem Kreis bestimmter Volksvertreter bekommen. Bei der Zahl dieser Unterschriften liegt Fillon an erster Stelle.

Onze candidats en piste pour l’Elysée https://t.co/wb2McGVBje pic.twitter.com/VZATrVcd1m— Présidentielle 2017 (@_elections) March 18, 2017

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