Frankreich: Verbandsboss Le Graet tritt zurück

Nach seinen polemischen Aussagen über Frankreichs Fußball-Ikone Zinedine Zidane ist Verbandspräsident Noel Le Graet zurückgetreten. Das teilte der Nationalverband FFF nach einer Anhörung des außerordentlichen Exekutivausschusses am Mittwoch in Paris mit.

Le Graet habe sich "in Übereinstimmung mit dem FFF-Exekutivkomitee dafür entschieden, von seiner Rolle als Präsident bis zum Abschluss der vom Sportministerium durchgeführten Prüfung zurückzutreten", hieß es in der Mitteilung des Verbands. Zuvor hatte auch Regierungssprecher Olivier Veran deutliche Kritik am 81-Jährigen geübt.

Der französische Fußballverband "verdient einen Präsidenten, der der Aufgabe gewachsen ist", sagte Veran am Mittwoch. Nicht nur die abfälligen Kommentare über Zidane seien problematisch. "Es gibt noch andere Dinge, die hinzukommen. Das Fass läuft über", so Veran. Die FFF brauche "einen Präsidenten, der es ermöglicht, dem französischen Fußball in der ganzen Welt ein gutes Image zu verleihen."

Frankreichs höchster Fußball-Funktionär hatte sich am vergangenen Sonntag in einem Radio-Interview abwertend über Zidane und dessen möglicher Zukunft als Nationaltrainer des Vize-Weltmeisters geäußert. Le Graet entschuldigte sich am Montag für die Kommentare, für die er unter anderem von Superstar Kylian Mbappe, aber auch von Sportministerin Amelie Oudea-Castera kritisiert wurde.

Oudea-Castera nahm die Entscheidung des Rücktritts am Mittwochnachmittag positiv auf. Sie "begrüße die Entscheidung" des FFF, "sich unverzüglich zu treffen und zu handeln", zitierte sie die Nachrichtenagentur AFP. Die Amtsniederlegung sei "ein notwendiger Schritt angesichts der bereits bekannten Elemente seiner Haltung".

Le Graet war seit 2011 FFF-Präsident. Seine dritte und letzte volle Amtszeit sollte eigentlich erst im Dezember 2024 enden.Vorwürfe der sexuellen Belästigung, die Gegenstand einer von der Sportministerin veranlassten Untersuchung sind, hatten die Lage für Le Graet zusätzlich erschwert.