Frankreich kündigt nach Kritik beschleunigte Impfkampagne an

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Schwester mit Corona-Impfstoff in Montpellier

Nach heftiger Kritik am schleppenden Start der Corona-Impfkampagne in Frankreich hat die Regierung rasche Verbesserungen versprochen. Beim Tempo der Impfkampagne werde das Land "in den kommenden Tagen unsere Nachbarn einholen", versicherte Gesundheitsminister Olivier Véran am Dienstag im Sender RTL. In England könnte der erneute harte Lockdown derweil noch bis in den März andauern.

Die Strategie werde "verstärkt, beschleunigt und vereinfacht", sagte Frankreichs Gesundheitsminister. Der langsame Beginn der Impfkampagne in Frankreich hatte in den vergangenen Tagen scharfe Kritik hervorgerufen. Bis zum 1. Januar wurde das Vakzin von Biontech-Pfizer landesweit lediglich 516 Menschen verabreicht - gegenüber rund 200.000 Impfungen in Deutschland im gleichen Zeitraum. Kritiker sprachen von einem "Skandal".

Véran kündigte an, ab Ende des Monats werde die Impfung von über 75-Jährigen außerhalb der Pflegeheime beginnen. Zudem sollten auch Feuerwehrleute und häusliche Pflegekräfte über 50 geimpft werden.

England stehen derweil nach den Worten des britischen Staatssekretärs Michael Gove "sehr, sehr schwierige Wochen" bevor. Es sei nicht "mit Sicherheit" vorherzusagen, ob die Einschränkungen, die bisher für sechs Wochen angeordnet sind, dann auch aufgehoben werden könnten, sagte Gove am Dienstag. Im März sollte es möglich sein, einige der Beschränkungen aufzuheben - "aber nicht zwangsläufig alle".

Wegen der Ausbreitung der neuen Virus-Mutation hatte die Regierung in London am Montag einen harten Lockdown für ganz England bis voraussichtlich Mitte Februar angekündigt. Die Schulen werden geschlossen und es gilt eine Ausgangssperre.

Die rund 56 Millionen Engländer dürfen ihr Zuhause nur noch in begründeten Fällen verlassen, etwa um zu arbeiten, einzukaufen oder für Arztbesuche. Arbeitnehmer sollen möglichst im Homeoffice arbeiten.

Während zahlreiche andere Länder rund um den Erdball bereits mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen haben, verteidigte der australische Premierminister Scott Morrison am Dienstag die in diesem Punkt abwartende Haltung seiner Regierung. "Australien befindet sich nicht in einer Notsituation wie Großbritannien. Also müssen wir keine Abstriche machen", sagte Morrison in einem Radiointerview. Das Land müsse angesichts geringer Fallzahlen keine "unnötigen Risiken" eingehen und keine Notfallzulassung erteilen.

gt/ju