Frankreich leiht dem Sudan rund 1,2 Milliarden Euro

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Der sudanesische Regierungschef Abdalla Hamdok

Frankreich leiht dem hoch verschuldeten Sudan 1,5 Milliarden US-Dollar (gut 1,2 Milliarden Euro). Damit soll der Staat im Nordosten Afrikas "so schnell wie möglich" seine Rückstände beim Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgleichen, wie der französische Finanzminister Bruno Le Maire am Montag anlässlich einer Finanzierungskonferenz in Paris ankündigte. Auch Deutschland will sich nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) an der Entschuldung des Sudan beteiligen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat zu einem "New Deal" für afrikanische Länder aufgerufen und deshalb zu zwei Konferenzen eingeladen: Ab Montagnachmittag sollte es zunächst um Schuldenerleichterungen für den Sudan gehen, dazu wurde auch Maas in Paris erwartet. Am Dienstag ist in der französischen Hauptstadt dann ein Gipfeltreffen mit rund 15 weiteren afrikanischen Ländern geplant.

Der Sudan hat nach Angaben von Regierungschef Abdallah Hamdok Außenstände von rund 60 Milliarden US-Dollar. Maas erinnerte vor seinem Abflug nach Paris an die Berliner Sudan-Konferenz im vergangenen Juni, bei der die Teilnehmer insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar (knapp 1,5 Millionen Euro) an Hilfen zugesagt hatten. Deutschland sei bereit, sich auch an der Entschuldung des Landes "umfassend zu beteiligen", erklärte der Außenminister.

Der begonnene politische und wirtschaftliche Reformprozess im Sudan sei "mühsam, aber er bietet eine historische Chance auf mehr Frieden, wirtschaftliche Perspektiven und Freiheit für die Menschen", betonte Maas. Im vergangenen August hatte sich die Regierung in Khartum nach einem siebzehnjährigen Konflikt mit Rebellengruppen auf ein Friedensabkommen geeinigt. In dem Konflikt in Darfur waren nach UN-Angaben seit 2003 etwa 300.000 Menschen getötet worden.

Zu der Finanzierungskonferenz für andere afrikanische Staaten am Dienstag hat Macron unter anderem die Staats- und Regierungschefs von Angola, Ägypten, Mali und dem Senegal eingeladen. Per Videokonferenz wollen sich unter anderem auch internationale Finanzorganisationen wie der IWF, die OECD und die Weltbank dazuschalten.

Ziel ist nach Angaben des französischen Präsidialbüros, ein "Paket zur massiven Unterstützung Afrikas" zu schnüren, um "die Grundlagen für einen neuen Wachstumszyklus auf dem Kontinent zu legen". Die Corona-Pandemie hat der afrikanischen Wirtschaft demnach einen massiven Dämpfer versetzt. Der Kontinent stehe im laufenden Jahr vor der ersten Rezession seit 25 Jahren, hieß es in Paris.

lob/jes