Frankreich lockert strikte Reisebeschränkungen mit Großbritannien

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Lkw auf einem Parkplatz im südenglischen Folkestone

Frankreich hat die wegen der neuen Coronavirus-Variante verhängten Beschränkungen für Reisen aus Großbritannien wieder gelockert. EU-Bürger sowie Briten oder Staatsangehörige anderer Länder mit Wohnsitz in der EU dürfen ab Mittwoch wieder von Großbritannien nach Frankreich reisen, wie die Regierung in Paris am Dienstag - zwei Tage nach Verhängung der Beschränkungen - mitteilte. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test.

Aufgrund einer mit den britischen Behörden erzielten Einigung werde der Verkehr mit Schiffen, Zügen und Flugzeugen am Mittwoch wieder starten, erklärte der französische Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari. Der für die Einreise nach Frankreich benötigte Corona-Test darf nicht älter als 72 Stunden sein und muss auch die neue Variante des Coronavirus nachweisen können.

Auch der Frachtverkehr aus Großbritannien in Richtung Frankreich sollte ab Mittwoch wieder anlaufen, wie aus diplomatischen Kreisen in Brüssel verlautete. Die Regierung in London teilte mit, für die in Großbritannien wegen der französischen Einreisesperre festsitzenden Lkw-Fahrer sei ebenfalls eine Lösung gefunden worden. Unabhängig von ihrer Nationalität sollen sie einen Corona-Schnelltest machen, der auch die neue Form des Virus feststellen kann.

Der Hafen im südenglischen Hafen Dover kündigte seine Wiederöffnung für den Verkehr in Richtung Frankreich an. Es war zunächst noch unklar, wann die hunderte dort wartenden Lkw ihre Fahrten fortsetzen können würden.

Auch die belgische Regierung kündigte Lockerungen der Reisebeschränkungen an. Sie erlaubte wieder die Einreise von aus Großbritannien kommenden Menschen, welche die belgische Staatsangehörigkeit oder ihren Hauptwohnsitz in Belgien haben. Die Aufhebung der Einreiseverbote gelte zudem für "dringend notwendige Reisen", die nicht verschoben werden könnten, erklärte die Regierung in Brüssel.

Die Regierung in London hatte am Wochenende wegen der raschen Verbreitung der mutierten Corona-Variante vor allem in Südostengland die internen Pandemie-Maßnahmen erheblich verschärft. Die britische Regierung warnte, die neue Virus-Form sei "bis zu 70 Prozent ansteckender" als dessen ursprüngliche Variante.

Viele EU-Länder reagierten daraufhin mit Grenzschließungen und Einreiseverboten für mindestens 48 Stunden, was Chaos auslöste. Flug- und Zugverbindungen mit dem Vereinigten Königreich wurden eingestellt. Frankreich schloss zudem auch die Grenzen für den Frachtverkehr.

Die EU-Kommission drang am Dienstag auf eine allgemeine Lockerung der Grenzschließungen zu Großbritannien. "Essenzielle Reisen" sollten weiterhin möglich sein, erklärte die Brüsseler Behörde. Die Mitgliedstaaten sollten sich aber bei Auflagen wie Quarantäne- oder Testpflichten absprechen. Deutschland und andere EU-Länder kündigten allerdings die Beibehaltung von Verboten von Reisen nach und aus Großbritannien an.

Für das ehemalige EU-Mitglied Großbritannien würden bei der Transport- und Reisefreiheit bis Jahresende noch dieselben Regeln gelten wie für EU-Länder, warnte die EU-Kommission: "Das bedeutet, dass die Mitgliedstaaten die Einreise aus dem Vereinigten Königreich nicht grundsätzlich verweigern dürfen."

Deutschland hatte am Wochenende den Flugverkehr aus Großbritannien zunächst bis Jahresende eingestellt. Am Dienstag verhängte das Bundesgesundheitsministerium dann ein generelles Beförderungsverbot bis 6. Januar für Reisende aus Großbritannien sowie Südafrika, wo ebenfalls eine Neu-Mutation des Erregers festgestellt worden war.

dja