Frankreich plant Haftstrafen für Pseudo-Therapien für Homosexuelle

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Die Abgeordneten der Nationalversammlung. (AFP/Christophe ARCHAMBAULT)

Frankreich will Pseudo-Therapien für Homosexuelle mit Haftstrafen belegen. Die Nationalversammlung verabschiedete am späten Dienstagabend einen Gesetzentwurf, nach dem so genannte "Konversionstherapien" mit zwei Jahren Haft bestraft werden sollen. Im Visier sind Praktiken, die Menschen zur Heterosexualität umpolen sollen, die nicht heterosexuell sind.

Dieses Gesetz könne "Leben retten", sagte die Staatssekretärin für Chancengleichheit, Elisabeth Moreno, während der Debatte. "Da gibt es nichts zu heilen", betonte sie. "Man darf nicht versuchen, die sexuelle Identität oder Orientierung von Menschen zu ändern", fügte sie hinzu.

Faktisch sind solche Versuche in Frankreich bereits strafbar. Mit dem Gesetzentwurf der Mehrheitspartei LREM soll jedoch ein neues Delikt ins Strafgesetz aufgenommen werden. Die Haftstrafe soll auf drei Jahre steigen, wenn Minderjährige betroffen sind oder der Täter zur eigenen Familie zählt.

Das Ausmaß solcher Praktiken in Frankreich ist schwer abzuschätzen. Eine Untersuchungskommission erwähnte 2019 mehrere hundert Fälle. Die Zahl der Hinweise nehme aber zu, hieß es. Die meist kostenpflichtige "Behandlung" kann Hypnose, die Einnahme von Hormonen oder Elektroschocks beinhalten. Auch Exorzismen und Zwangsehen sind möglich.

Der Gesetzentwurf geht nun in den Senat, die zweite Kammer des französischen Parlaments. In Deutschland sind solche Praktiken bereits gesetzlich verboten.

kol/ju

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