Frankreich rüstet Schnellzug für Verlegung von Kranken um

Kliniken überfüllt: Corona-Patienten werden aus dem Elsass verlegt

Für den Abtransport von Corona-Infizierten aus dem Risikogebiet im Elsass setzt Frankreich erstmals einen Hochgeschwindigkeitszug ein. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagte am Dienstag in Paris, der medizinisch umgerüstete TGV der Staatsbahn werde am Mittwoch 30 Kranke aus überlasteten Kliniken in Straßburg und Mülhausen wegbringen. Dies sei eine "Premiere in Europa", sagte Véran. Wohin die Menschen verlegt werden, sagte er nicht.

Zuvor waren bereits mehrere schwer kranke Patienten aus dem Grenzgebiet nach Deutschland und in die Schweiz gebracht worden. Zudem wurden 18 weitere Kranke aus dem Elsass mit Flugzeugen in andere französische Landesteile verlegt, wo mehr Betten bereitstehen.

Inzwischen nahm auch ein Militärlazarett bei Mülhausen die Arbeit auf. In das Lazarett mit 30 Betten wurde nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums ein erster Patient eingeliefert.

Das Robert-Koch-Institut stuft die gesamte französische Region Grand Est an der deutschen Grenze als Risikogebiet ein. Dazu gehört auch das Elsass. In der Region kamen nach offiziellen Angaben mehr als 330 Menschen ums Leben. Das ist mehr als ein Drittel der Gesamtzahl von 860 Toten in Frankreich.