Frankreich wählt: Alles Wichtige über die Präsidentschaftswahlen

Der Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen am 23. April ist offen wie nie.

Europa blickt gespannt auf Frankreich, denn der Ausgang der Präsidentschaftswahlen wird auch die Zukunft der EU maßgeblich beeinflussen. "La Grande Nation" wählt am 23. April einen neuen Präsidenten - und breiter könnte das Spektrum der Kandidaten kaum sein.

47 Millionen registrierte Wähler können sich am Sonntag theoretisch an den Wahlurnen einfinden, um ihrem favorisierten Kandidaten ihre Stimme zu geben. Alle fünf Jahre wählt Frankreich einen neuen Präsidenten, wobei der erste Wahlgang noch nie eine Entscheidung hervorgebracht hat. Denn nur, wenn ein Kandidat mehr als 50 Prozent aller Stimmen im ersten Wahlgang bekommt, gilt er als Gewinner. Andernfalls muss die Stichwahl für eine Entscheidung sorgen, die 2017 für den 7. Mai angesetzt ist.

Elf Politiker finden sich am heutigen Tag auf der Kandidatenliste, zwei Frauen und neun Männer. Dabei zählen Marine Le Pen und Emmanuel Macron zu den bekanntesten Namen und gelten in den Umfragen als Favoriten. Jeweils ein Viertel der Stimmen könnten die rechte Kandidatin vom Front National und der charismatische parteilose Politiker auf sich vereinen. Aber auch dem linken Jean-Luc Mélenchon und dem konservativ eingestellten François Fillon werden Chancen eingeräumt.

Vor der Präsidentschaftswahl galt ein Drittel der Wähler in Frankreich noch als unentschlossen, der Ausgang wird daher als sehr offen eingeschätzt. Als überraschend stark konnte sich Emmanuel Macron im Wahlkampf positionieren. Der 39-Jährige ehemalige Wirtschaftsminister hat die Bewegung "En Marche" gegründet und steht für eine wirtschaftsliberale Politik der Mitte.

Diese steht in krassem Gegensatz zum nationalistischen Programm von Marine Le Pen, die nach einem Wahlsieg in Frankreich eine Abstimmung über den Frexit, also einen Austritt des Landes aus der EU, durchführen lassen wird. Zudem steht Le Pen, die bereits 2012 für den Posten des Staatsoberhauptes kandidierte, für einen protektionistischen Kurs, der sich gegen Einwanderer richtet. Die meisten Anhänger hat ihre Partei, der Front National, in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit.

Bild-Copyright: Kay Nietfeld/dpa

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