Frankreich will UN-Sitzung zu möglichem Sklavenhandel in Libyen

Migranten in einem Lager westlich von Tripolis

Nach Berichten über Sklavenhandel mit Flüchtlingen in Libyen hat Frankreich eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte am Mittwoch vor der Pariser Nationalversammlung, Frankreich habe das Treffen als ständiges Mitglied in dem UN-Gremium beantragt. Präsident Emmanuel Macron sprach von "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" in dem zerrütteten nordafrikanischen Land.

Macron sagte, die internationale Gemeinschaft müsse "viel weiter gehen, um solche Netzwerke zu zerschlagen". Er äußerte sich nach einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Afrikanischen Union, Guineas Präsident Alpha Condé.

Der US-Fernsehsender CNN hatte vergangene Woche erstmals Bilder einer mutmaßlichen Sklavenauktion in Libyen veröffentlicht. Dem Sender zufolge wurden bei den Auktionen afrikanische Flüchtlinge für mehrere hundert Dollar als Landarbeiter verkauft. Daraufhin äußerte sich auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres entsetzt über die Vorwürfe.

Libyen ist Transitland für Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. Die meisten Menschen kommen aus Guinea, Senegal, Mali, Niger, Nigeria und Gambia.

Die libysche Regierung hat eine Untersuchung angekündigt. Die UNO beklagt schon seit längerem eine Misshandlung von Flüchtlingen in Internierungslagern in dem nordafrikanischen Land. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi 2011 kämpfen in Libyen rivalisierende Milizen um die Vorherrschaft.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen